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Asylstreit:Tsipras will Merkel in der Flüchtlingsfrage unterstützen

Angela Merkel und Alexis Tsipras

Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras hat seine Unterstützung für Merkel im Asylstreit angekündigt.

(Foto: dpa)

Der griechische Ministerpräsident zeigt sich in einem Interview offen für ein bilaterales Abkommen. In der Rücknahme von Flüchtlingen sieht er kein Problem.

Griechenland will Bundeskanzlerin Angela Merkel im Asylstreit unterstützen. Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte der Financial Times, er sei offen für eine Sondervereinbarung mit Merkel. Dabei gehe es um die Eindämmung des Problems, dass Flüchtlinge an den südlichen EU-Grenzen ankämen und sich dann weiter auf den Weg nach Deutschland machten. Griechenland werde solche Flüchtlinge zurücknehmen, wenn dies dabei helfe, Schleppern zu zeigen, dass Europa gegen illegale Einwanderung vorgehe.

Man müsse im Gefüge internationaler Regeln einen Weg zur Lastenverteilung finden, um von der ungerechten Lage für die Länder mit EU-Außengrenzen und auch für Deutschland wegzukommen, sagte Tsipras. "Es ist nicht fair, dass diese Menschen nach Deutschland gehen, wenn wir meinen, dass es ein europäisches Problem ist." Für Griechenland selbst werde eine solche Rücknahme keine gravierenden Folgen haben, sagte der Regierungschef. Schließlich gehe es hier lediglich um 50 bis 100 Menschen pro Monat.

Auf dem heute beginnenden EU-Gipfel will Merkel eine Lösung für die seit Jahren schwelende Flüchtlingsproblematik finden. Dabei wird sie zwischen den sich sperrenden Partnern Italien, Österreich oder Ungarn und eher liberal positionierten Frankreich und Spanien vermitteln müssen. Auch innenpolitisch ist die Kanzlerin auf eine Lösung angewiesen: Das Fortbestehen der Unionsfraktion und damit möglicherweise auch der großen Koalition steht nach dem schon länger währenden öffentlich ausgetragenen Streit zwischen CDU und CSU in Frage.

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Ministerpräsident Rama sagt, solche Asylzentren bedeuteten, "verzweifelte Menschen irgendwo abzuladen wie Giftmüll, den niemand will". Daran ändere auch die Perspektive eines EU-Beitritts nichts.