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Althaus:Kritik vom Anwalt der Familie Christandl

"Ein Vertrauensbruch": Der Anwalt der Familie der getöteten Skifahrerin bemängelt, wie Thüringens Ministerpräsident den Unfall im Wahlkampf in den Medien thematisiert.

Mit der Aufarbeitung seines Skiunfalls in den Medien stößt Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) weiter auf Kritik: In einem Interview mit Welt online hat sich nun der Witwer der bei dem tragischen Unfall am Neujahrstag zu Tode gekommenen Beata Christandl über seinen Anwalt geäußert.

In der Kritik: Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus.

(Foto: Foto: dpa)

"Da der Tod von Beata Christandl eine zutiefst private Angelegenheit der Familie ist, werden die jüngsten Berichte über den tragischen Skiunfall von der Familie nicht nur als Vertrauensbruch, sondern als unangebracht und pietätlos bewertet", zitiert Welt online den Anwalt von Bernhard Christandl, Alexander Rehrl.

"Von einem freundschaftlichen Kontakt zwischen Herrn Christandl und Herrn Althaus ist mir bis auf zwei Briefwechsel ebenfalls nichts bekannt", sagte der Jurist aus Salzburg.

Die Thüringer Staatskanzlei wollte die Aussagen des Anwalts den Angaben zufolge nicht kommentieren.

Althaus hatte in mehreren Interviews erzählt, dass er das Grab von Beata Christandl in seinem Sommerurlaub besucht und dort gebetet habe. Mit dem Witwer habe er mehrfach Briefe gewechselt, das Verhältnis sei freundschaftlich.

Nach Angaben des Anwalts war Bernhard Christandl über den Friedhofsbesuch von Althaus nicht informiert und hat erst von seiner Mutter davon erfahren.

Zur noch laufenden zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen der Familie Christandl und Althaus wollte sich Anwalt Rehrl laut Welt Online nicht äußern.

Strafrechtlich war Althaus im Frühjahr in einem Blitzverfahren wegen fahrlässiger Tötung zur Zahlung von mehr als 30.000 Euro verurteilt.

Die 41-jährige Beata Christandl hinterließ ihren Ehemann sowie ein damals einjähriges Kind. Althaus wurde nach dem Unfall wochenlang wegen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas behandelt.

© sueddeutsche.de/dpa/dmo/ehr
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