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Terrorismus:USA töten Anführer von Al-Qaida-Ableger im Jemen

Zwei Bilder, die den getöteten Qassim al-Rimi zeigen sollen.

(Foto: AFP)
  • Die USA haben die Tötung eines Al-Qaida-Anführers im Bürgerkriegsland Jemen gemeldet.
  • Den Angaben zufolge handelt es sich um Qassim al-Rimi, der das Islamistennetzwerk auf der arabischen Halbinsel führte.
  • US-Präsident Donald Trump sprach in einer Erklärung von einem Erfolg für die nationale Sicherheit.

Das US-Militär hat nach Angaben von Präsident Donald Trump den Anführer des Al-Qaida-Ablegers im Jemen getötet. Die Anti-Terror-Operation gegen Qassim al-Rimi sei auf seinen Befehl hin erfolgt, teilte er mit. Nach dessen Tod seien die USA und deren Verbündeten nun sicherer als zuvor. "Wir werden das amerikanische Volk weiter schützen, indem wir Terroristen, die uns schaden wollen, aufspüren und eliminieren", sagte Trump. Wann der Einsatz gegen Al-Rimi ausgeführt wurde, teilte Trump indes nicht mit. Auch weitere Details zur Operation blieben zunächst offen.

Es gab in den vergangenen Wochen bereits Indizien, dass Al-Rimi getötet wurde. Ende Januar wurde bei einem den USA zugeschriebenen Drohnenangriff im Osten Jemens ein Gebäude zerstört, in dem militante Al-Qaida-Anhänger untergebracht waren. Und am 1. Februar teilte Trump auf seinem Twitter-Konto etliche Tweets und Medienberichte, die den Schlag gegen Al-Rimi zu bestätigen schienen. Sein Vorgänger wurde ebenfalls von den USA getötet. Im Jemen fliegen die US-Streitkräfte seit Jahren Drohnenangriffe auf Al-Kaida-Mitglieder. Auch die US-Geheimdienste setzen Drohnen ein, bestätigen deren Einsätze aber in der Regel nicht. Die Terrororganisation profitiert von den chaotischen Zuständen in dem Bürgerkriegsland.

Al-Rimi galt als Gründer der Gruppe Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel. Der Ableger wird seit langem als der gefährlichste Arm des Terrornetzwerks angesehen, da er unter anderem auch Anschläge auf Ziele im Westen geplant haben soll. Auf den Terroristen war eine Belohnung in Höhe von bis zu zehn Millionen US-Dollar ausgesetzt. Die US-Behörden bringen ihn mit zahlreichen Anschlägen in Verbindung. Darunter der Angriff auf die US-Botschaft im Jemen 2008.

Erst kürzlich hatte Al-Rimi in einer Videobotschaft im Namen seiner Gruppe die Verantwortung für eine Schusswaffenattacke auf dem US-Fliegerstützpunkt in Pensacola im Dezember übernommen. Ein saudischer Flugschüler hatte dort in einem Unterrichtsraum drei US-Matrosen erschossen und zwei Hilfssheriffs verletzt, ehe er von einem der Beamten getötet wurde. Acht weitere wurden bei dem Angriff verletzt. In der Folge schickten die USA 21 saudische Militärschüler in ihre Heimat zurück, da sie unter anderem dschihadistische oder antiamerikanische Einstellungen in den sozialen Medien an den Tag gelegt hätten.

Die nun bestätigte Tötung dürfte Trump nutzen, um seine Entschlossenheit im Kampf gegen den Terrorismus zu unterstreichen. Im Oktober hatten Spezialkräfte des US-Militärs den Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordwesten Syriens aufgespürt. Auch rühmt Trump sich immer wieder mit dem US-Luftangriff auf den iranischen Top-General Qassim Soleimani. Nach dessen Tod im Januar waren die Spannungen im Nahen Osten gefährlich eskaliert.

© SZ.de/dpa/AP/Reuters/jael
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