Bestattung im Ozean "Wir haben ihn"

Die USA überprüfen die Identität bin Ladens jetzt offenbar mit einem Gentest. Experten hätten Techniken zur Gesichtserkennung eingesetzt, um die Identifizierung des langjährig Gesuchten sicher zu stellen, sagte ein US-Regierungsvertreter am Montag. Zudem werde nun die DNA der Leiche untersucht. Das Ergebnis werde in wenigen Tagen zur Verfügung stehen.

Osama bin Laden

Gesicht des Terrors

Dem Regierungsvertreter zufolge wurde eine Live-Aufnahme vom Einsatz der Sondertruppen zur Tötung bin Ladens ins Hauptquartier des US-Geheimdienstes CIA in Washington übertragen. CIA-Chef Leon Panetta und weitere Geheimdienstmitglieder hätten die 40-minütige Aktion verfolgt. "Als klar war, dass der Einsatz ein Erfolg war, gab es von den CIA-Leuten einen ziemlich kräftigen Applaus", fügte er hinzu.

Mehr als zwei Jahrzehnte lang habe bin Laden "Angriffe gegen unser Land und unsere Freunde und Verbündeten" geplant, sagte Obama. "Der Tod bin Ladens markiert den bislang bedeutendsten Erfolg in den Bemühungen unserer Nation, al-Qaida zu besiegen. Sein Tod markiert aber nicht das Ende unserer Bemühungen."

Der Präsident warnte, dass al-Qaida weitere Angriffe vorbereiten werde. Daran gebe es "keinen Zweifel", sagte Obama. "Wir müssen und wir werden zu Hause und im Ausland wachsam bleiben."

Die USA warnten ihre im Ausland befindlichen Staatsangehörigen vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen des Terrornetzwerks und versetzten ihre Botschaften weltweit in Alarmbereitschaft.

Der frühere US-Präsident George W. Bush feierte den Tod von bin Laden als "Sieg für Amerika". Bush erklärte am Sonntagabend, er gratuliere seinem Nachfolger Obama sowie "den Männern und Frauen unseres Militärs und unserer Geheimdienste, die dieser Mission ihr Leben gewidmet habe".

Bush sagte, Obama habe ihm die Nachricht persönlich mitgeteilt. "Diese bedeutende Leistung markiert einen Sieg für Amerika, für Menschen, die weltweit nach Frieden streben, und für alle, die Nahestehende am 11. September 2001 verloren haben."

Auf den Straßen von Washington feierten jubelnde Massen. Die Nachricht vom Tod bin Ladens zog am späten Sonntagabend Hunderte Amerikaner ins Stadtzentrum. Mit wehenden Flaggen zogen sie singend und tanzend ums Weiße Haus. "Wir haben ihn, wir haben ihn", jubelten sie. "Am Ende gibt es doch Gerechtigkeit."

Autoschlangen verstopften noch während Obamas Ansprache die Zufahrtswege in die Metropole. Die Sicherheitskräfte waren in höchster Alarmbereitschaft.

Auch auf Ground Zero in New York versammelten sich Hunderte Menschen, um das Ende des Terroristenchefs zu feiern. Ground Zero ist der Ort, an dem einst die Zwillingstürme des World Trade Center standen. Als sich die Nachricht vom Tod bin Ladens verbreitete, strömten von Minute zu Minute immer mehr Bürger auf den Platz. Viele schwenkten US-Fahnen, und Champagnerflaschen wurden geköpft. "Was für ein wunderbarer Tag", rief ein New Yorker aus. "Endlich ist es so weit."