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Sima Samar über Afghanistan:"Die Taliban sind auch menschliche Wesen"

13 Jahre Afghanistan-Einsatz - Sima Samar

Die Ärztin Sima Samar leitet die afghanische Menschenrechtskommission und ist Trägerin des Alternativen Nobelpreises.

(Foto: Can Merey/dpa)

Die Fundamentalisten werden auf die Veränderungen in der afghanischen Gesellschaft reagieren müssen, sagt die Menschenrechtsexpertin Sima Samar. Hoffnung macht ihr die neue Generation, die mit Meinungfreiheit aufgewachsen ist.

Nach 18 Jahren westlicher Besatzung verhandeln die USA und die Taliban über Afghanistans Zukunft. Militärisch kann der Westen den Konflikt nicht mehr gewinnen, also sollen die Islamisten wieder an der Macht in Kabul beteiligt werden. Vor allem Frauen in Afghanistan fürchten, dass die Taliban ihnen dann die in den vergangenen Jahren gewonnenen Rechte streitig machen könnten. Sima Samar ist die bekannteste Menschenrechtsaktivistin des Landes. Seit mehr als 40 Jahren reiht sich in ihrem Land ein Konflikt an den nächsten, schon 1979 verschwand ihr Mann, und sie weiß bis heute nicht, was mit ihm geschehen ist. Samar war eine der ersten Absolventinnen, die an der Universität in Kabul ein Medizinstudium abschlossen. 1984 floh die Ärztin nach Pakistan. Nach dem Sturz der Taliban war sie zunächst Ministerin in ihrem Land. Seit 2002 leitet sie die Afghanische Menschenrechtskommission.

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