Afghanistan:KSK rettet mehr als ein Dutzend Deutsche mit Hubschraubern

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Aus Bundeswehrkreisen heißt es, die Operation in Kabul sei mit solchen US-Hubschraubern vom Typ "Little Bird" geflogen worden.

(Foto: BRIAN BLANCO/Getty Images via AFP)

Bei der Geheimoperation in der Nacht arbeiten die Elitesoldaten mit US-Truppen zusammen. Nach SZ-Informationen kommen keine deutschen Hubschrauber zum Einsatz.

Von Mike Szymanski, Berlin

Spezialkräfte der Bundeswehr haben erstmals mit Hubschraubern deutsche Staatsbürger aus Kabul herausgeholt. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung haben Soldaten des Kommando Spezialkräfte (KSK) zusammen mit den Amerikanern in der Nacht zu Mittwoch in einer Geheimoperation mehr als ein Dutzend Staatsbürger gerettet, die auf der Flucht vor den militant-islamistischen Taliban sind.

Es kamen, wie weiter aus Bundeswehrkreisen verlautete, aber nicht die beiden vergangenen Samstag nach Kabul eigens für solche Zwecke verlegten Hubschrauber der Bundeswehr zum Einsatz. Die Operation sei mit den ebenfalls wendigen Little-Bird-Helikoptern der Amerikaner ausgeführt worden.

Ohne enge Zusammenarbeit mit den USA sind solche Operationen nicht möglich. Das US-Militär kontrolliert den Luftraum.

Es war seit Tagen über solche Einsätze spekuliert worden. Die Soldaten vor Ort unter Führung von Brigadegeneral Jens Arlt hatten bislang aber nur vom Boden aus operiert. Ein Einsatz der deutschen Hubschrauber galt zunächst als zu riskant. Es habe auch keine Freigabe für den Einsatz vorgelegen, heißt es. Außerdem hatten sich die Spezialkräfte zunächst auf das nähere Umfeld des Kabuler Flughafens konzentriert, um Schutzbedürftige zu retten. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung handelte es sich bei dem Einsatz vergangene Nacht um die mittlerweile vierte KSK-Operation. Den Anfang hatte die Rettung einer afghanischen Familie gemacht, die aus München stammt.

"Das Fenster, Leute zu retten, schließt sich"

Der Einsatz des KSK in Afghanistan steht am Ende eines bewegenden Jahres für den Spezialkräfte-Verband. Nach einer Reihe rechtsextremistischer Vorkommnisse stand seit Sommer 2020 über Monate die komplette Auflösung des KSK im Raum. Erst im Juni hatte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) entschieden, dass das KSK erfolgreich habe reformiert werden können und bestehen bleibe.

Knapp eine Woche vor Ablauf der Taliban-Frist zum Abzug aller ausländischen Truppen haben die westlichen Staaten noch einmal die Evakuierungen aus dem Land forciert. "Das Fenster, Leute zu retten, schließt sich", heißt es aus Bundeswehrkreisen. Demnach könnte die Bundeswehr ihre letzten Evakuierungsflüge am Freitag ausführen, womöglich müsste die Rettungsaktion sogar noch früher beendet werden. Die Bundeswehr ist darauf angewiesen, dass die USA die Mission mit ihren Leuten absichern.

© SZ
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