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Afghanistan:Anschlag bei Kundus - fünf Bundeswehr-Soldaten verletzt

Angriff mit Panzerfäusten und Gewehren: Auf dem Rückweg in das Feldlager sind Bundeswehr-Einheiten in der Nähe von Kundus auf eine Sprengfalle gefahren. Anschließend gab es ein längeres Feuergefecht.

Bei einem Anschlag in Afghanistan sind fünf deutsche Soldaten leicht verletzt worden. Die Deutschen seien auf dem Rückweg vom Unruhedistrikt Chahar Darreh in das sieben Kilometer entfernte Feldlager Kundus auf eine Sprengfalle gefahren und anschließend in ein längeres Gefecht verwickelt worden, teilte die Bundeswehr mit. Dabei seien die Soldaten mit Panzerfäusten und Gewehren beschossen worden. Auch ein Transportfahrzeug sei beschädigt worden.

Die Bundeswehr betreibt in Chahar Darreh einen Außenposten. Anschläge und bewaffnete Angriffe auf die Bundeswehr in Afghanistan waren in den vergangenen Monaten selten geworden, da die Aufständischen inzwischen eher die schlechter geschützten und bewaffneten einheimischen Sicherheitskräfte attackieren. Die Afghanen sind mittlerweile in weiten Teilen ihres Landes selbst für die Sicherheit verantwortlich, während die ausländischen Truppen bereits mit ihrem Abzug beschäftigt sind. Die Bundeswehr will das Lager in Kundus, das lange einer der gefährlichsten Einsatzorte der Deutschen am Hindukusch war, im Oktober aufgeben.

Derzeit sind noch knapp 4600 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan stationiert. Der internationale Kampfeinsatz in dem Land soll Ende 2014 auslaufen. Danach will die Bundesregierung zunächst noch 600 bis 800 Bundeswehrsoldaten zur Ausbildung und Unterstützung der einheimischen Truppen in Afghanistan belassen. In den folgenden Jahren soll ihre Zahl dann auf 200 bis 300 reduziert werden.

Einsatz in Afghanistan

Bundeswehrverband will auch nach 2014 Truppen am Hindukusch

Auch nach dem offiziellen Abzug der deutschen Einsatzkräfte aus Afghanistan 2014 sollen Kampftruppen in dem Land bleiben. Die Sicherheitslage könne einen "ängstigen", sagt der Vorsitzende des Bundeswehrverbands Kirsch. Der stellvertretende Chef des deutschen Einsatzkommandos sieht das allerdings anders.