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Zerstörtes Affenhaus:Polizei ermittelt nach Feuer im Krefelder Zoo wegen Brandstiftung

Brand im Krefelder Zoo

Feuerwehrleute stehen vor dem brennenden Affenhaus des Krefelder Zoos. Bei dem Brand in der Nacht zu Neujahr sind mehr als 30 Tiere gestorben.

(Foto: dpa)
  • Das Affenhaus im Krefelder Zoo ist in der Silvesternacht komplett abgebrannt. Dabei wurden mehr als dreißig Tiere getötet.
  • Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Zeugen haben sogenannte Himmels- oder Wunschlaternen in der Nähe des Zoos gesehen, die für den Brand ursächlich sein könnten.

Bei einem Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos sind mehr als 30 Tiere getötet worden. Das teilte die Krefelder Polizei am Mittwoch mit. Das Affenhaus brannte bis auf das Grundgerüst komplett ab. Das direkt angrenzende Gorillagehege ist von den Flammen verschont geblieben, dort lebt eine siebenköpfige Menschenaffen-Familie.

Bei dem Brand kamen fünf Orang-Utans, ein Schimpanse sowie zwei ältere Gorillas, Krallenaffen, Epaulettenflughunde und andere Vögel ums Leben. Nur zwei Schimpansen, ein über 40 Jahre altes Weibchen und ein junges Männchen, haben das Inferno mit leichten Brandverletzungen überlebt, wie Zoodirektor Wolfgang Dreßen bei einer Pressekonferenz am Mittwoch berichtete. Sie wurden narkotisiert und in ein freies Gehege im Gorillagarten gebracht.

Sogenannte Wunschlaternen könnten den Brand ausgelöst haben

Das Feuer brach gegen Mitternacht in der Silvesternacht aus; Anwohner informierten die Feuerwehr um 0.38 Uhr. Die Kriminalpolizei ermittle wegen "fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung", sagte Gerd Hoppmann, Leiter des Kriminalkommissariats in Krefeld. Man habe mit Zeugen gesprochen, die sogenannte chinesische Himmels- oder Wunschlaternen im Bereich des Zoos gesichtet hätten, außerdem habe man drei Exemplare in der Nähe gefunden. Es sei "naheliegend", dass diese Brandursache gewesen sein könnten. "Wer sie gestartet hat, dürfte eine fahrlässige Brandstiftung begangen haben", sagte Hoppmann.

Himmelslaternen sind seit 2009 in Nordrhein-Westfalen - und generell in Deutschland - verboten. Dabei handelt es sich um zylindrische Fackeln aus Seidenpapier, die mit einer Feuerquelle, etwa einer Kerze oder Brennpaste, zum Aufsteigen gebracht werden können. Auf mindestens einem der gefunden Exemplare hätten handschriftliche Wünsche gestanden, sagte Hoppmann.

Das Affentropenhaus wurde Zoo-Angaben zufolge im Jahr 1975 eröffnet. "Es ist eines unser Musterhäuser gewesen", sagte Zoodirektor Dreßen, es habe als "wegweisend für die Tiergartenbiologie in ganz Europa" gegolten. Die Grundfläche des Baus im Gewächshausstil lag bei 2000 Quadratmetern. Bis 2020 sollten die Orang-Utans und Schimpansen eine großzügige Außenanlage bekommen. Der Krefelder Zoo zählt mehr als 400 000 Besucher im Jahr. An Neujahr bleibt er geschlossen.

Mit Material der Nachrichtenagenturen.