Windsor-Eindringling:Polizei prüft Droh-Video

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Windsor-Eindringling: Die britische Königin Elizabeth II. bei einem Besuch auf Schloss Windsor Anfang Oktober .

Die britische Königin Elizabeth II. bei einem Besuch auf Schloss Windsor Anfang Oktober .

(Foto: Steve Parsons/dpa)

In der Aufnahme kündigt eine maskierte Person an, Queen Elizabeth töten zu wollen. Nach Angaben der Boulevardzeitung "The Sun" soll es sich um den 19-Jährigen handeln, der sich Zutritt zum Gelände von Schloss Windsor verschafft hatte.

Die britische Polizei prüft ein Video, das The Sun am Montag veröffentlicht hat. Angeblich zeigt es den 19-Jährigen, der am ersten Weihnachtstag auf dem Gelände der Queen-Residenz Schloss Windsor festgenommen wurde. Der Mann war demnach mit einer Armbrust bewaffnet über die Mauer des Anwesens geklettert. Er wurde kurz darauf gefasst und steht seitdem unter ärztlicher Aufsicht.

In dem Clip, den der 19-Jährige kurz vor dem Vorfall an Bekannte geschickt haben soll, hantiert ein Maskierter mit einer Armbrust. "Ich werde versuchen, Elizabeth, Queen der Royal Family, zu ermorden", sagt die Gestalt mit verzerrter Stimme. Es handele sich um Rache für das Massaker von Amritsar 1919. Damals hatten britische Truppen in der nordindischen, besonders den Sikhs heiligen Stadt das Feuer auf Demonstranten eröffnet, Hunderte Menschen wurden getötet.

Der Buckingham-Palast wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern. Die Sicherheit rund um Schloss Windsor war an Weihnachten höher als ohnehin schon. Schließlich sollen sich etwa 20 Mitglieder der königlichen Familie auf dem Schloss aufgehalten haben: Außer der Queen, die zu der Zeit wohl gerade frühstückte, waren entsprechenden Berichten zufolge unter anderem ihr jüngster Sohn Edward, sowie ihre Enkelinnen Zara Tindall, Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie mit ihren Familien auf dem Gelände. Thronfolger Prinz Charles und seine Ehefrau Herzogin Camilla wurden zum Weihnachtsgottesdienst erwartet.

Nicht der erste Vorfall dieser Art

Zwar kam der Eindringling, der eigentlich im südenglischen Southampton lebt, bis auf etwa 500 Meter an die Privatgemächer der Queen heran. Doch die Polizei betont, er sei schon bald geschnappt worden, nachdem er mithilfe einer Strickleiter über die Mauer des großzügigen Anwesens geklettert war. Er habe kein Gebäude betreten.

Ganz gleich, ob das Video, das die Sun nun verbreitet, echt ist oder nicht: Viele Briten sind alarmiert, nachdem nun mindestens drei Vorfälle allein in diesem Jahr bekannt wurden. Im Frühling wurde ein Paar auf Schloss Windsor festgenommen, das nahe der Stelle spazierte, an der die Queen häufig ihre Hunde ausführt. Noch mehr Fragen warf eine Frau auf, die keine zwei Wochen zuvor Zutritt zur Residenz von Queen-Sohn Prinz Andrew auf dem Windsor-Gelände erhalten hatte. Sie fuhr mit dem Taxi vor und überredete angeblich Sicherheitskräfte, die Rechnung zu zahlen. Die 44-Jährige gab sich als Partnerin des Prinzen aus, mit dem sie eine Verabredung zum Mittagessen habe. Schließlich hielt sie sich 20 Minuten auf dem Grundstück auf, bevor sie das Anwesen betrat - erst dort wurde die Spanierin festgehalten.

Dabei ist Windsor bereits seit bald 20 Jahren verstärkt im Fokus der Security rund um die Royal Family: Am 21. Juni 2003 kletterte der selbst ernannte "Comedy-Terrorist" Aaron Barschak, verkleidet mit einem Turban und einem Rock, unbemerkt über den Zaun und mischte sich - geleitet von einem Polizisten, der ihn für einen verirrten Gast hielt - unter die Teilnehmer der Feier zum 21. Geburtstag von Queen-Enkel Prinz William. Nach eigener Aussage stürmte er sogar die Bühne und gab dem Prinzen ein Küsschen.

Immer wieder gelangten zudem Eindringlinge auf das Gelände der riesigen Londoner Residenz Buckingham-Palast, einmal sogar ein verurteilter Mörder. Mindestens einmal kam es dabei zum engen Kontakt mit der Queen: 1982 schaffte es Michael Fagan bis ins Schlafzimmer der Königin. Die Szene wird auch im Netflix-Serienhit "The Crown" prominent gezeigt. Doch anders als dargestellt sprach der Dekorateur nicht in Ruhe minutenlang mit der Queen - die Monarchin habe sofort die Flucht ergriffen, erzählte Fagan 2020 dem Telegraph.

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