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Wie Kinder ihre Eltern finden:"Papa Checker is in da House!"

August, 8

"Ich bereue meine Mutter, wenn sie kuscheln will und mich der Bart unter ihren Achseln im Gesicht kitzelt."

Isabel, 7

"Alle meine Freundinnen dürfen den Roller nehmen, um in die Schule zu fahren. Nur ich darf das nicht. Kann mir das bitte mal jemand erklären? Ein einziges Mal hab ich ihn dann doch genommen. Und was macht Mama? Klopft plötzlich an der Klassentür, kommt rein und fragt vor der ganzen Klasse, wo mein Roller ist. Dann packt sie ihn sich und wirft mir einen vorwurfsvollen Blick zu. Und alle, alle haben es gesehen!"

Moritz, 11

"Neulich habe ich meine Mutter und eine ihrer Freundinnen in der Küche belauscht. Die haben über irgendein Buch geredet. Die Freundin hat erzählt, was der Typ, der es geschrieben hat, macht, wenn er seine Tochter zu irgendetwas zwingen will. Der droht dann, in ihr Zimmer zu kommen, wenn sie Besuch hat, und zu sagen: ,Yo! Papa Checker is in da House!' Ich fasse es nicht. Meine Mutter fand das total lustig, und jetzt hab ich Angst, dass sie das auch bei mir versucht. Das wäre so endpeinlich vor meinen Freunden. Da würd ich mich vergraben."

Regretting Motherhood "Wir brauchen Mütter, die ihre Grenzen kennen"
Interview
#RegrettingMotherhood

"Wir brauchen Mütter, die ihre Grenzen kennen"

Manche Mutter reibt sich so lange auf, bis am Ende nur noch der Wunsch bleibt, nie Kinder bekommen zu haben. Ein Gespräch mit Soziologin Christina Mundlos über gesellschaftliche Ansprüche, Selbstversklavung und ein neues Mutterbild.   Von Violetta Simon

Arthur, 10

"Mich regt voll auf, wie ungeduldig meine Eltern sind. Wenn ich nur kurz, nur ganz, ganz kurz etwas zu Ende machen möchte, sagen die immer, dass ich sofort und gleich kommen soll. Weil das Essen fertig ist. Weil wir irgendwo hinfahren müssen. Weil ich gleich viereckige Augen bekomme, weil ich schon zu lange fernschaue. Lauter so nervige Sachen. Dabei will ich doch nur in Ruhe weiterlesen oder eine CD hören. Okay, und halt mit dem Computer spielen."

Peter, 15

"Neulich hab ich zum ersten Mal in meinem Leben Bier getrunken. Drei Bier, genau genommen. Und ein bisschen geraucht mit meinen Freunden. Mir war übel hinterher, das haben sie natürlich gemerkt, als ich nach Hause kam. Papa hat mich in den Arm genommen, und Mama hat mir den Kopf getätschelt. Später hat sie mir einen leeren Putzeimer vors Bett gestellt. Und am nächsten Tag gab's Ratschläge: Erst essen, bevor ich Bier trinke. Die Menge langsam steigern. Vorsicht bei Schnaps. Und rauchen? Soll ich selbst entscheiden, aber ich wisse ja, Krebs und so. Die Geschichte erzählen sie seither all ihren Freunden und Bekannten: ,Wir sind so stolz, dass wir die Situation gemeistert haben. Gemeinsam!' Ganz ehrlich? Mir wär's lieber gewesen, sie hätten gebrüllt. So viel Verständnis: Ich finde das zum Kotzen!"

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"Du bist nicht mehr mein Freund", sagt die Vierjährige im Streit zu einem Kind, daraufhin fordert dessen Mutter ein Gespräch mit dem Mädchen. Muss man das ernst nehmen?

Jim, 5

"Nie darf ich alleine über die Straße gehen. Immer muss ich die Hand vom Papa oder von der Mama nehmen. Immer!"

Juri, 10

"Wenn wir in die Pizzeria gehen, ist es immer langweilig, bis die Pizza kommt. Das dauert ewig. Dann frag ich manchmal, wann sie endlich kommt. Mama mag das überhaupt nicht. Sie sagt, ich soll nicht immer so ungeduldig sein. Dabei habe ich nur Hunger. Einmal hat sie die Bedienung gerufen und gefragt, ob sie nicht etwas hätte, womit ich mir die Zeit vertreiben könnte. Die hat dann eine Kugelbahn gebracht, so ein Ding, das Drei- oder Vierjährige toll finden. Meine Güte. Das war so peinlich."

Elterliche Mitarbeit: Michael Bitala, Ulrike Heidenreich, Josef Kelnberger, Verena Mayer, Michael Neudecker, Arne Perras, Alex Rühle, Vera Schröder