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UN-Studie:50 000 Frauen von Partnern oder nahen Familienangehörigen getötet

Die meisten Fälle tödlicher häuslicher Gewalt gegen Frauen gibt es der Studie zufolge in Asien.

(Foto: Volkan Olmez / Unsplash)
  • Nach einer am Montag veröffentlichten UN-Studie sind 2017 50 000 von 87 000 getöteten Frauen Angehörigen und Partnern zum Opfer gefallen.
  • Insgesamt sind 464 000 Menschen getötet worden - mehrheitlich waren Männer die Opfer.
  • Geschlechterübergreifend werden Tötungsdelikte in einem von fünf Fällen durch Partner und nahe Familienangehörige begangen.

Mehr als jede zweite Frau, die getötet wird, wird von ihrem Partner oder einem nahen Familienangehörigen getötet. Nach einer am Montag veröffentlichten UN-Studie sind 2017 rund 50 000 Frauen durch ein so geartetes Tötungsdelikt ums Leben gekommen. Betrachtet man alle Tötungsdelikte, starben weltweit 87 000 Frauen. Insgesamt wurden laut Bericht 2017 weltweit 464 000 Menschen Opfer von Tötungsdelikten. Die Studie basiert auf gesammelten Daten aus den jeweiligen Ländern; in einigen ist die Datenlage nicht so detailliert und exakt wie in anderen.

Der Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hält fest: "Viele werden von ihren aktuellen oder früheren Partnern getötet, aber auch von Vätern, Brüdern, Müttern, Schwestern und anderen Familienmitgliedern wegen ihrer Rolle und ihres Rangs." Wenn es sich um Partner oder Expartner handle, seien die Taten meist nicht spontan, sondern stünden am Ende einer langen Gewaltspirale. Unter den Motiven spielten Eifersucht und Angst vor der Trennung eine wichtige Rolle. Vergleichszahlen von 2012 legten nahe, dass die Zahl der Opfer leicht steige.

Insgesamt werden weltweit mehr Männer als Frauen getötet: 81 Prozent der getöteten Personen sind Männer. Geschlechterübergreifend werden Tötungsdelikte in einem von fünf Fällen durch Partner und nahe Familienangehörige begangen. Während jedoch Frauen in den Gesamt-Tötungsdelikten durch Partner zu 82 Prozent das Opfer sind, sind es bei den Männern nur 18 Prozent. Bei Familienangehörigen ist die Statistik etwas ausgeglichener: Hier sind Männer zu 36 Prozent Opfer und Frauen dementsprechend zu 64 Prozent.

Beim Vergleich der Kontinente fällt auf, dass es die meisten Fälle tödlicher häuslicher Gewalt in Asien gibt. Dort verzeichnete die UN-Behörde im Jahr 2017 rund 20 000 von Partnern oder Familienangehörigen getötete Frauen. In Afrika wurden 19 000 Fälle gezählt, auf dem amerikanischen Kontinent 8000, in Europa 3000 und in Ozeanien 300. Werden die jeweiligen Einwohnerzahlen der Regionen berücksichtigt, ist die Situation für die Frauen in Afrika am gefährlichsten, in Europa leben sie vergleichsweise sicher.

Die Gewalt gegen Frauen wurzle oft in stereotypen Ansichten zur autoritären Rolle des Mannes, so die Autoren des Berichts. Wer glaube, der Mann habe das Recht auf Sex oder das Recht, die Frau zu dominieren, neige eher zur manchmal auch tödlichen Gewalt. Bei den Tätern seien geringe Bildung, Misshandlungen in der Kindheit, Alkohol und die Erfahrung geringer Gewaltgrenzen wichtige Faktoren.

Durch Mord und Totschlag seien viel mehr Menschen ums Leben gekommen als in allen bewaffneten Konflikten im selben Zeitraum (89 000). Banden wie die Mafia - also die organisierte Kriminalität - seien für 19 Prozent aller Tötungsdelikte verantwortlich.

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