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Trauerfeier für Michael Jackson:Jackos letzter Weg

Sie gaben ihm sein letztes Geleit: Familie und Freunde von Michael Jackson haben auf dem Prominenten-Friedhof Forest Lawn bei Los Angeles Abschied vom King of Pop genommen.

In einem goldenen, mit einer Juwelenkrone geschmückten Sarg hat der König des Pop seine letzte Ruhe gefunden. Zwei Monate nach seinem überraschenden Tod wurde Michael Jackson nördlich von Los Angeles beigesetzt. Rund 250 Angehörige und Freunde kamen zu der privaten Zeremonie, vor dem Friedhof Forest Lawn in Glendale harrten Dutzende Fans aus.

Jacksons zehnjährige Tochter Paris brach in Tränen aus, als ihr Vater in das Große Mausoleum gebracht wurde, wo der verstorbene Popstar an der Seite von Hollywood-Stars wie Clark Gable, Jean Harlow und W.C. Fields beigesetzt wurde. Gemeinsam mit ihren Brüdern, dem zwölfjährigen Prince Michael und dem siebenjährigen Prince Michael II., legte Paris die Juwelen besteckte Krone auf den Sarg. Michael Jacksons fünf Brüder trugen den Sarg ins Mausoleum, wo inmitten weißer Lilien und Rosen zwei überlebensgroße Porträts des King of Pop aufgestellt waren.

Abschied von Jacko nahmen in der rund eineinhalbstündigen Trauerfeier auch Hollywood-Legende Elizabeth Taylor, der Schauspieler Macaulay Culkin und der Sportler Barry Bonds.Bürgerrechtler Al Sharpton hielt eine Trauerrede, Gladys Knight sang für den König des Pop.

Jacksons Mutter Katherine schien nach der Zeremonie deutlich geschwächt und musste auf dem Weg zu ihrem Wagen von Helfern gestützt werden, wie ein Teilnehmer sagte. Die Feier sei einfach, aber emotional und bewegend gewesen, erklärte er.

Die Zeremonie auf dem Friedhof rund 13 Kilometer nördlich der Innenstadt von Los Angeles begann mit einer eineinhalbstündigen Verzögerung, weil Jacksons Familie in ihrem Konvoi aus 31 Autos erst verspätet eintraf.

Die Veranstaltung wurde von der Polizei weiträumig gesichert. Vorfälle gab es nicht. Alles sei ruhig, erklärte die Polizei von Glendale. Große Scheinwerfer und eine Kamera, die an einem Kran über der Feier hing, schienen daraufhinzudeuten, dass die Bilder für die Jackson-Dokumentation "This Is It" verwendet werden könnten.

Außer Sichtweite der Kameras wurde die Leiche am Ende der etwa 90-minütigen Feier in einem Pracht-Mausoleum zur letzten Ruhe gebettet. Seine Gruft liegt direkt unter einem monumentalen Glasfenster mit der Nachbildung von Leonardo da Vincis Gemälde "Das letzte Abendmahl".

Die Übertragung endete damit, dass der Leichenwagen vorfuhr und Jacksons Brüder den reich geschmückten Sarg an seinen Platz trugen. Auf dem Podium unter freiem Himmel hatte die Familie ein Meer von weißen Blumen arrangieren lassen. Außerdem waren Poster mit lebensgroßen Fotos ihres berühmten Sohnes aufgestellt.

Für die Gäste waren Reihen mit mehr als hundert weißen Stühlen auf der "Heiligen Terrasse" vor dem Mausoleum aufgestellt. Vater Joe Jackson saß mit Hut und stoischem Blick in der ersten Reihe, neben seiner sichtlich traurigen Frau Katherine sowie Jacksons Kindern. Die beiden Söhne Prince und Blanket sowie Jacksons Brüder trugen schwarze Trauerbinden und rote Krawatten. Tochter Paris erschien in einem schwarzen Kleid mit weißem Kragen und weißen Manschetten.

Auch Lisa Marie Presley, zu Tränen gerührt, nahm in der heißen Sommernacht von ihrem Ex-Mann Abschied. Dagegen blieb Jacksons zweite Frau, die Krankenschwester Debbie Rowe, der Feier trotz Einladung fern, berichtete der Sender CNN. Die Mutter der beiden älteren Kinder Prince Michael (12) und Paris (11) hatte den King of Pop 1996 geheiratet.

Die Trauergäste erhielten eine neunseitige Einladung mit cremefarbenem Einband und Hochglanzfotos, die Jackson als Kind und als Erwachsenen auf seiner einst so geliebten Neverland-Ranch zeigen. Die erste Seite der Einladung zierte ein Spruch aus Michaels Buch "Dancing The Dream" von 1992: "Wenn Du Dein Leben mit der Gewissheit beginnst, dass Du geliebt wirst, und es mit dem gleichen Wissen beendest, kann Dir die Zeit dazwischen nichts anhaben."

Beerdigt wird Jackson in einem Sarg, wie er einem König gebührt: Der King of Pop fand in einem vergoldeten, mit königsblauem Samt ausgeschlagenen Bronzesarg seine letzte Ruhe. Laut tmz.com soll die Spezialanfertigung aus Indiana rund 25.000 Dollar (17.500 Euro) gekostet haben. In einem solchen Sarg wurde auch schon der Sänger James Brown beerdigt.

Bei der großen Trauerfeier im Staples Center in Los Angeles Anfang Juli vor 20.000 Gästen stand der über und über mit roten Rosen bedeckte Goldsarg vor der in blaues Licht getauchten Bühne. Bei der Bestattung in Glendale war er mit weißen Blumen geschmückt.

Die Promi-Reporterin Lisa Burk erklärte, wenn Jacksons Familie Ruhe für Jackson gewollt habe, dann sei der Friedhof eine gute Wahl. "Es war unmöglich, dort hineinzukommen", sagte Burk. "Das war es vorher und das wird es jetzt erst recht sein." In einiger Entfernung von der Feier versammelten sich vor den Absperrungen etliche Fans, um Abschied von Michael Jackson zu nehmen. Einige kamen schon Stunden vor der Beisetzung. "Viel zu sehen gibt es nicht", erklärte Gregg Harris aus Irvine in Kalifornien. "Ich wollte einfach in der Nähe sein. Vielleicht kann ich die Familie sehen."

Mit einem Leichenschmaus in einem italienischen Restaurant im etwa 13 Kilometer entfernten Pasadena sollte der Abend zu Ende gehen. tmz.com berichtete, dass Michaels Bruder Randy dort eine Gesellschaft von etwa 150 Gästen angemeldet hatte.

Der Sender CNN veranschlagte die Kosten für das Begräbnis mit rund einer Million Dollar (etwa 700.000 Euro). Allein etwa 125.000 Dollar wollte die Polizei in Glendale der Familie in Rechnung stellen. Schon Stunden vor der Feier hatten die Beamten das Friedhofsgelände großräumig abgesperrt. Die Warnung der Behörden hatte offenbar Erfolg: Ein Ansturm von Schaulustigen blieb aus. Wie CNN berichtete, warteten deutlich mehr Reporter als Fans vor dem verschlossenen Friedhofstor.

Jackson war am 25. Juni im Alter von 50 Jahren überraschend in Los Angeles gestorben. Nach anhaltenden Spekulationen hatte die Gerichtsmedizin von Los Angeles in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass der Popstar an einem tödlichen Cocktail aus sechs verschiedenen Beruhigungsmitteln starb. Als primäre Todesursache machten die Mediziner "akute Vergiftung" durch das Narkosemittel Propofol aus.

Propofol wird zur Anästhesie bei Operationen eingesetzt, für den Privatgebrauch ist es nicht zugelassen. Noch ist unklar, ob nach dem Untersuchungsergebnis Anklage gegen Jacksons Leibarzt Conrad Murray erhoben wird. Der Kardiologe gab an, er habe Jackson auf dessen Verlangen die Schlafmittel verabreicht.