Todesstrafe in den USA Fresenius scheitert mit Klage gegen Giftcocktail

Auf so einer Pritsche werden zum Tode verurteilte Häftlinge in den USA mit der Giftspritze hingerichtet.

(Foto: dpa)
  • Der deutsche Pharmakonzern vermutet, dass in der kommenden Woche ein US-Häftling mit Fresenius-Produkten hingerichtet werden soll. Das widerspräche den Unternehmensrichtlinien.
  • Ein Richter wies die Klage als spekulativ ab. Die Behörden hatten sich geweigert, die Hersteller der Substanzen offenzulegen, die sie für die Hinrichtung einsetzen wollen.
  • Hinrichtungen mit der Giftspritze werden in den USA immer schwieriger, weil Pharmaunternehmen sich weigern, die nötigen Substanzen zu liefern.

Der deutsche Pharmakonzern Fresenius Kabi ist vor einem US-Gericht mit dem Versuch gescheitert, die geplante Hinrichtung eines Straftäters stoppen zu lassen. Der Konzern hatte vor dem Gericht im Bundesstaat Nebraska argumentiert, er könne nicht zulassen, dass bei der Hinrichtung per Giftspritze zwei seiner Präparate zum Einsatz kommen. Dies würde den Ruf des Unternehmens schädigen. Richter Richard Kopf wies den Antrag in seinem am Freitag ergangenen Urteil zurück.

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In Nebraska soll am Dienstag der wegen Mordes verurteilte Carey Dean Moore mit einem Giftcocktail aus vier verschiedenen Mitteln hingerichtet werden. Woher die Mittel stammen, wollten die Behörden nicht verraten. Fresenius Kabi vermutet aber, dass zwei dieser Präparate aus seiner Produktion kommen. Der Konzern verkauft seine Produkte nach eigenen Angaben aber grundsätzlich nicht an Behörden, die sie für Hinrichtungen nutzen wollen.

Der Konzern fürchtet bei der Verwendung seiner Substanzen für eine Hinrichtung auch eine "erhebliche Rufschädigung" und begründete dies mit der in Europa vorherrschenden ablehnenden Haltung zur Todesstrafe.

Richter wies Antrag als spekulativ zurück

Richter Kopf wies den Antrag auf Verfügung gegen die Nutzung der Mittel ab: Die Klage des Konzerns sei zu spekulativ, da die Behörden nicht mitgeteilt hätten, wer die Präparate in der Giftspritze hergestellt habe. Der Richter verwies darauf, dass ein weiterer Aufschub der Hinrichtung deren Vollzug allgemein in Frage stellen würde: Zwei der Mittel näherten sich rapide ihrem Verfallsdatum, und es gebe keine "realistische Alternativen".

US-Bundesstaaten, welche die Todesstrafe vollstrecken, haben es zunehmend schwer, an die Mittel für ihre Giftspritzen zu kommen. Immer mehr Pharmakonzerne lehnen einen Verkauf ihrer Substanzen für diesen Zweck ab.

Fresenius Kabi verdächtigt die Behörden in Nebraska, sich die Präparate illegal besorgt und damit die Richtlinien der Firma umgangen zu haben. Nebraskas Vertreter beteuerten, die Mittel legal erworben zu haben, sie machten aber keine näheren Angaben dazu.

Exekutiert werden soll der 1974 wegen Mordes an zwei Taxifahrern verurteilte Carey Dean Moore. Er selbst geht nicht gegen seine Hinrichtung vor. Findet diese wie geplant statt, wäre es die erste Vollstreckung einer Todesstrafe in Nebraska seit 21 Jahren - und die erste dortige Hinrichtung per Giftspritze.

Der Bundesstaat plant die Verwendung von vier Substanzen: Es handelt sich um das Beruhigungsmittel Diazepam, das Betäubungsmittel Fentanylcitrat, das Mittel Cisatracurium zur Muskelentspannung sowie Kaliumchlorid, das den Herzschlag beendet.

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