Tierwelt:Wildschwein Banana lebt bei Rindern

Wildschwein in Rinderherde

Banana in seiner neuen Herde

(Foto: Markus Scholz/dpa)

Seit zwei Monaten bleibt das Schwein beharrlich bei der Herde - inzwischen hat es einen Namen bekommen. Trotzdem muss es vielleicht bald weg.

Achtung, Wortwitz: Banana fühlt sich in seinem neuen Zuhause sauwohl. Seit mehr als zwei Monaten gehört ein Wildschwein jetzt schon zu einer Rinderherde in Schleswig-Holstein. "Es ist voll integriert, das ist faszinierend", sagt Arzt und Landwirt Dirk Reese.

Als Reese die Rinder im September von der Weide auf seinen Hof in Mörel trieb, sei das Wildschwein wie selbstverständlich mitgegangen. Jetzt lebt es mit acht Ochsen auf der Weide außerhalb des kleinen Ortes bei Neumünster.

Banana ist kein Einzelfall

Einzigartig ist die Tiergeschichte aus Schleswig-Holstein nicht: Erst Anfang Oktober suchte sich nahe Meensen bei Göttingen ein vermutlich verwaister Frischling eine Rinder-Familie. Das kleine Wildschwein trägt inzwischen den Namen "Johann".

Und auch 2010 hatte im Landkreis Göttingen schon einmal ein kleines Wildschwein für Schlagzeilen gesorgt - "Friederike". Sie hatte sich einer Herde von Galloway-Rindern angeschlossen. Experten vermuteten damals, dass das Wildschwein seine eigene Rotte verloren und sich deshalb eine neue Herde gesucht hatte. So ist es vielleicht auch Banana ergangen. Friederike war nach einigen Monaten auf der Weide an einer Magen-Darm-Entzündung gestorben.

Wie es dagegen mit Banana, wie der Wildschweineber mittlerweile in Mörel genannt wird, weitergehen soll, steht noch nicht fest. Möglicherweise soll er in einem Wildgehege untergebracht werden. Angst vor Jägern müsse er nicht haben. Banana sei inzwischen in der Gegend bekannt: "Das Schwein hat seinen besonderen Status", sagt Reese.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema