Wetter Extreme Lawinengefahr - mehr als hundert Skihütten am Mont Blanc evakuiert

  • Wegen des Tauwetters steigt in deutschen Skigebieten die Lawinengefahr. In den bayerischen Alpen galt am Montag Warnstufe vier von fünf.
  • Im französischen Wintersportort Chamonix mussten mehr als hundert Skihütten evakuiert werden.
  • In der Schweiz ist der Ort Zermatt immer noch von der Außenwelt abgeschnitten.

Während manche Alpenorte in Österreich und der Schweiz unter Schneemassen versinken, steigt mit den Temperaturen in Deutschland auch die Gefahr von Lawinen. In den bayerischen Alpen galt am Montag Warnstufe vier von fünf, wie es vom dortigen Lawinenwarndienst hieß. Da es in den kommenden Tagen mild bleibe, werde auch die Lawinensituation weiterhin angespannt sein. Das Skigebiet an der Zugspitze blieb am Montag wegen schlechten Wetters geschlossen.

Unglück und Unfall 30-Jähriger nach Lawinenabgang am Geigelstein gestorben
Bayerische Alpen

30-Jähriger nach Lawinenabgang am Geigelstein gestorben

Der Mann aus Sachsen war zunächst von seinem Begleiter aus dem Schnee gegraben worden, verstarb aber dann im Krankenhaus.

Noch prekärer ist die Situation in einem der beliebtesten Skigebiete Frankreichs: Wegen hoher Lawinengefahr mussten im Wintersportort Chamonix am Fuße des Mont Blanc mehr als hundert Hütten evakuiert werden. Hunderte Menschen wurden zudem von den Behörden angewiesen, in ihren Häusern zu bleiben. "Die Situation ist außergewöhnlich: Wir hatten so viel Niederschlag in nur 45 Tagen wie sonst in fünf Monaten", sagte der Bürgermeister von Chamonix, Eric Fournier. Derart viel Schnee gebe es "nur einmal in 15 Jahren".

Bis Montagmittag seien mehr als tausend Menschen benachrichtigt worden, sagte Fournier. "Wir haben sie aufgefordert, drinnen zu bleiben und die Fensterläden an den exponierten Seiten zu schließen", sagte er mit Blick auf mögliche Lawinenabgänge. Die Straße von Chamonix in Richtung Schweiz wurde für den Verkehr gesperrt. Einige Dörfer wurden dadurch von der Außenwelt abgeschnitten, Skilifte wurden gestoppt.

Die Situation in der Schweiz, Österreich und Italien

Ähnlich angespannt ist die Situation in den südlichen Nachbarländern. Der Schweizer Wintersportort Zermatt war am Montag - bis auf Helikopterverbindungen - weiter von der Außenwelt abgeschnitten. Dort galt, wie in weiten Teilen der Schweiz, sogar die höchste Lawinenwarnstufe. Gäste und Einheimische wurden aufgerufen, sich lediglich in Gebäuden oder im Dorfzentrum aufzuhalten. Wanderwege blieben ebenso wie Straßen und Bahnstrecken gesperrt.

Im Ort halten sich momentan etwa 9000 Touristen auf. Es ist unklar, wann sich die Situation wieder normalisiert. Zermatt war bereits in der ersten Januarwoche für einige Tage isoliert. Seit dem Lawinenwinter 1999 habe es nichts Vergleichbares gegeben, sagte eine Sprecherin des Schweizer Wetterdienstes.

Auch in anderen Orten in der Schweiz und in Österreich blieb die Lage schwierig. Im österreichischen St. Anton und im Paznauntal mit dem Wintersportort Ischgl waren ebenfalls Tausende Touristen eingeschneit. Einige Bahnstrecken waren wegen Lawinengefahr gesperrt.

Auch in Italien ist die Lage angespannt. Wegen des vielen Neuschnees blieb das Skiresort Livigno in der Lombardei von Sonntag auf Montag von der Außenwelt abgeschnitten. Die wegen drohender Lawinen gesperrten Zufahrtsstraßen wurden laut Nachrichtenagentur Ansa am Mittag wieder geöffnet.

Im Aostatal, wo am Montag gebietsweise die zweithöchste Gefahrenstufe galt, ging am Morgen in dem Ort Oyace eine Lawine auf eine Straße ab und traf auch ein Haus. Es sei niemand verletzt worden, sagte der Bürgermeister der Gemeinde nördlich von Aosta im Bionaz-Tal, Remo Domaine. Weil auch im beliebten Skiort Breuil-Cervinia am Fuß des Matterhorns Schneebretter befürchtet wurden, wurde der Verkehr mit Ausnahme von Räum- und Rettungsfahrzeugen untersagt.

Schwere Unglücke am Wochenende

In den oberbayerischen Alpen waren am Sonntag mehrere Lawinen abgegangen. Ein 30-Jähriger starb kurz nach seiner Bergung im Krankenhaus. Der Mann aus Sachsen hatte eine Skitour im Geigelsteingebiet in den Chiemgauer Alpen unternommen. Ein anderer Mann aus Sachsen starb in Tirol. Der 39 Jahre alte Snowboarder aus Leipzig war am Sonntag alleine in tiefschneereichem Gelände unterwegs, wie die Tiroler Polizei mitteilte. Dabei sei er wohl kopfüber in den Schnee gestürzt und von nachrutschenden Schneemassen vollständig verschüttet worden.

In der Slowakei kam es ebenfalls am Sonntag im Skigebiet Žiarska dolina im Westen der Hohen Tatra zu einem Lawinenunglück. Dort wurden zwei polnische Ski-Touristen verschüttet.

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