SturmBahn: Bis mindestens Montagnachmittag Verspätungen und Zugausfälle

Feuerwehrleute arbeiten bei Hamburg auf Bahngleisen an umgestürzten Bäumen.
Feuerwehrleute arbeiten bei Hamburg auf Bahngleisen an umgestürzten Bäumen.
dpa
  • Orkantief Zeynep ist in der Nacht mit Geschwindigkeiten von bis zu 162 Kilometern pro Stunde über den Norden und die Deutschlands gezogen.
  • Der Deutsche Wetterdienst hat am Morgen seine Warnung vor extremen Orkanböen aufgehoben.
  • Es soll aber stürmisch bleiben - am Sonntag kommt das Sturmtief Antonia nach Deutschland.
  • Im Norden Deutschlands fahren bis mindestens 18 Uhr keine Fernverkehrszüge.
  • Europaweit sind mindestens neun Menschen in dem Sturm gestorben.
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Vier Tote nach Sturm in Polen

Die Zahl der Menschen, die durch Sturm Zeynep in Polen gestorben sind, hat sich auf vier erhöht. Ein Spaziergänger und ein Jogger wurden am Samstag in der Region Masowien um Warschau von stürzenden Bäumen und Ästen erschlagen. In den Woiwodschaften Großpolen und Lublin fiel jeweils ein Baum auf ein fahrendes Auto, beide Fahrer starben, wie das Innenministerium bekanntgab. Landesweit wurden mindestens sechs Menschen verletzt, darunter ein Feuerwehrmann.

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki rief die Bürger auf, zu Hause zu bleiben. Die Feuerwehren rückten seit der Nacht zu Samstag zu mehr als 23 000 Einsätzen aus. Zeitweise waren die Notrufzentralen überlastet. Auch im Nachbarland Tschechien richtete Zeynep Schäden an, rund 26 000 Haushalte waren von Stromausfällen betroffen. 

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„Zeynep“ kostet knapp eine Milliarde

Von Herbert Fromme
Der Sturm Zeynep hat in Europa mindestens neun Menschen das Leben gekostet und versicherte Schäden von mehr als 900 Millionen Euro allein in Deutschland verursacht. Das schätzen die Versicherungsmathematiker des Kölner Beratungsunternehmens Meyerthole Siems Kohlruss (MSK). Es handele sich um den intensivsten Sturm seit Kyrill im Jahr 2007, der die Versicherer mehr als drei Milliarden Euro kostete. Doch anders als damals folgt der Sturm Zeynep direkt einem anderen Sturm – Ylenia. Und schon der belastet die Versicherer nach MSK-Schätzungen mit etwa 500 Millionen Euro.

Dabei geht es nur um die versicherten Schäden. Denn darüber hinaus sind viele Zerstörungen nicht versichert, der gesamte wirtschaftliche Schaden ist also deutlich höher. Solche Schadenschätzungen beruhen auf Modellen der Experten, in die Wetterbedingungen, versicherte Werte und Erfahrungen aus der Vergangenheit einfließen. Sie werden bei fast allen Katastrophen nach Vorliegen weiterer Informationen korrigiert, meistens nach oben.

Mit mehreren schweren Stürmen seit Jahresbeginn deutet sich an, dass 2022 für die Versicherer erneut ein Jahr der Großschäden aus Naturkatastrophen wird. 2021 mussten sie dafür 12,5 Milliarden Euro aufbringen, vor allem für die Überflutungen im Sommer. 

Zugverkehr bis Montagnachmittag beeinträchtigt 

Wer mit dem Zug fahren will, muss weiter mit erheblichen Einschränkungen rechnen. „Aufgrund von Unwetterschäden kommt es im Norden Deutschlands und in Nordrhein-Westfalen bis mindestens Montagnachmittag zu Verspätungen und Zugausfällen“, teilte die Deutsche Bahn am Samstagnachmittag mit und forderte dazu auf, Reisen von und nach Hamburg und Bremen zu vermeiden.

Der Bahn zufolge verkehren am Sonntag bis mindestens 18 Uhr keine Fernverkehrszüge nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin. Bis dahin fallen auch ICE-Züge auf der Strecke Köln - Hannover - Berlin aus, genau wie ICE-Züge zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Berlin.

Einige Einschränkungen gelten nicht mehr. Der Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen, der bis zum frühen Nachmittag weitgehend lahmgelegt war, ist wieder angelaufen. Auch zwischen Leipzig/Halle (Saale) und Berlin sind wieder Fernzüge unterwegs. Wann wieder ICE/IC-Züge von Frankfurt (Main) beziehungsweise Berlin nach Amsterdam im Einsatz sein werden, ist dagegen weiterhin nicht absehbar. Nach Angaben der Deutschen Bahn hat es durch die Sturmperiode der vergangenen Tage bereits Schäden im Eisenbahnnetz auf einer Länge von mehr als 1000 Kilometer gegeben. 
Die Abfahrtsanzeige im Essener Hauptbahnhof am Samstagmorgen.
Die Abfahrtsanzeige im Essener Hauptbahnhof am Samstagmorgen. Roland Weihrauch/dpa
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Das Sturmtief Zeynep hat Polen mit großer Wucht getroffen und mindestens drei Menschenleben gefordert. In den Woiwodschaften Großpolen und Lublin stürzte am Samstag jeweils ein Baum auf ein fahrendes Auto und erschlug den Fahrer, wie das Innenministerium bekanntgab. Zu einem tödlichen Unfall kam es auch in einem Waldgebiet bei Warschau. Landesweit wurden mindestens sechs Menschen verletzt.

Zahlreiche Bäume blockierten Straßen, Dächer wurden abgedeckt. Die Feuerwehren wurden seit der Nacht zu Samstag zu mehr als 13 000 Einsätzen gerufen. Wegen beschädigter Leitungen waren mehr als 1,1 Millionen Haushalte vorübergehend ohne Strom.

Im benachbarten Tschechien waren etwa 26 000 Haushalte von Stromausfällen betroffen. Am stärksten betroffen waren die westlichen Verwaltungsregionen um Pilsen (Plzen) und Karlsbad (Karlovy Vary). Die Feuerwehren waren kurz nach dem vorhergehenden Sturmtief Ylenia erneut im Dauereinsatz. In Cercany bei Prag fuhr ein Regionalzug auf einen Baum auf. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt. Mehrere Bahnstrecken mussten gesperrt werden.
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Heathrow wird zum Youtube-Hit: Millionen Menschen schauen Sturmlandungen

Während des Sturmtiefs „Eunice“ - in Deutschland „Zeynep“ genannt - ist ein Youtube-Livestream von Landungen am Flughafen Heathrow zum Internet-Hit geworden. Zeitweise sahen am Freitag mehr als 230 000 Zuschauer zu, wie der Flugzeug-Enthusiast Jerry Dyer auf seinem Youtube-Kanal „Big Jet TV“ mit begeisterten Rufen die Ankünfte kommentierte. „Als ich schlafen gegangen bin, waren es 5,5 Millionen Abrufe“, sagte der Kommentator am Samstag im Interview der britischen BBC. Mittlerweile sind es 6,6 Millionen Aufrufe.

Sein über Stunden andauernder, euphorischer Live-Kommentar der teilweise spektakulären Sturmlandungen hatte am Freitag Zehntausende Britinnen und Briten zu Hause oder im Büro an die Bildschirme gefesselt. „Man fühlt es! Es fühlt sich an, als wäre man in einer Waschmaschine“, rief Dyer, als ein Flieger von den heftigen Windgeschwindigkeiten ins Wanken gebracht wurde. Teilweise brauchten die Maschinen im Anflug auf die britische Hauptstadt London mehrere Anläufe, bis sie es schafften, auf dem Boden aufzusetzen.


Sturmtief "Antonia" ist bereits im Anmarsch

Orkan Zeynep ist über Deutschland hinweggezogen - doch nach einer kurzen Verschnaufpause wird es wohl erneut stürmisch in Deutschland. "Bereits ab Sonntag nimmt die Sturmserie mit Annäherung des nächsten Sturmtiefs Antonia wieder deutlich an Fahrt auf“, sagt Adrian Leyser vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Auch der Montag bleibt noch stürmisch, erst von Dienstag an beruhigt sich das Wetter etwas.

In der Nacht zum Sonntag kommt von Nordwest nach Südost zunächst etwas Regen. Teilweise kann sich auch noch etwas Schnee daruntermischen, bevorzugt im Bergland. Auch der Wind frischt vor allem in der Mitte und im Süden in Böen wieder stark bis stürmisch auf. „Das ist allerdings nur das Vorgeplänkel des nächsten größeren Sturmereignisses“, sagt Leyser. Denn Antonia erreicht am Sonntag bereits das Seegebiet zwischen Schottland und Island, in der Nacht zum Montag die Nordsee und Südschweden. Das Sturmfeld befindet sich an der Südflanke des Tiefs und erfasst von Westen her allmählich ganz Deutschland.

Am Sonntag ist der Wind tagsüber zunächst noch gebremst unterwegs und erreicht nur auf Berggipfeln Orkanstärke. Im Flachland bleibt es zunächst eher bei starken bis stürmischen Böen. Dafür regnet es teilweise länger. Vor allem im Westen und Nordwesten kommen gebietsweise 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter zusammen. In den Staulagen der westlichen Mittelgebirge können es sogar 50 Liter sein.
„Bei den ziemlich gesättigten Böden dürfte ein Großteil des Wassers unmittelbar in den Bächen und Flüssen landen, so dass diese schnell anschwellen und über die Ufer treten könnten“, sagte Leyser. Am Alpenrand hingegen zeigt sich sogar noch mal die Sonne.

„Richtig turbulent und mitunter auch gefährlich könnte es dann in der Nacht zum Montag werden“, sagte Leyser über Antonia: Schwere Sturmböen oder sogar orkanartige Böen sind nicht ausgeschlossen. „Die ohnehin durch die vorangegangenen Stürme in Mitleidenschaft gezogenen und in teilweise stark aufgeweichten Böden stehenden Bäume können dabei leicht umstürzen“, sagt Leyser. 
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Sturm zerstört historische Windmühle

Der Sturm Zeynep hat die höchstgelegene Bockwindmühle Deutschlands umgeweht. In der Nacht zum Samstag ist bei der historischen Windmühle der mittige Hausbalken gebrochen, auf dem das Mühlenhaus stand. „Die Mühle ist unser Wahrzeichen. Diese Situation schafft erstmal ein bisschen Sprachlosigkeit", sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde Klettbach im Weimarer Land, Franziska Hildebrandt.

Bockwindmühlen sind der älteste Windmühlentyp in Europa. Ihre Besonderheit: Das gesamte Mühlenhaus steht auf einem einzigen mittigen Pfahl, auf dem die Mühle in den Wind gedreht werden kann - und dieser Pfahl ist nun gebrochen. Bürgermeisterin Hildebrandt hofft auf einen Wiederaufbau: "Ad hoc würde ich sagen, dass die Mühle definitiv wieder stehen muss."
Die rund 270 Jahre alte Bockwindmühle ist auf einem Hügel am Rande der Ortschaft komplett umgefallen.
Die rund 270 Jahre alte Bockwindmühle ist auf einem Hügel am Rande der Ortschaft komplett umgefallen. Bodo Schackow/dpa

"Zeynep" erreicht Geschwindigkeiten von mehr als 160 Kilometer pro Stunde

Orkantief Zeynep hat Deutschland mit Windgeschwindigkeiten von örtlich mehr als 160 km/h überquert. Der höchste Wert wurde in der Nacht zum Samstag am Nordsee-Leuchtturm „Alte Weser“ in der Deutschen Bucht vor der Wesermündung gemessen - und zwar mit rund 162 Kilometern pro Stunde, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. 

Hohe Geschwindigkeiten wurden auch gemessen bei Büsum (143 km/h), am Flugplatz Nordholz bei Cuxhaven und am Leuchtturm Kiel (140 km/h), auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog (135 km/h) und auf dem 1141 Meter hohen Brocken im Harz (146 km/h). 

Fußballspiele werden abgesetzt

Dem Sturm fallen auch Fußballspiele zum Opfer: Das für 14 Uhr angesetzte Heimspiel von Fußball-Drittligist VfL Osnabrück gegen Eintracht Braunschweig ist abgesagt worden, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekannt gegeben hat. Das Stadion an der Bremer Brücke wurde wegen Sturmschäden gesperrt. "Die Sicherheit von Zuschauern, Spielern und Mitarbeitenden kann nicht gewährleistet werden“, sagt VfL-Geschäftsführer Michael Welling. Es bleibe "leider keine andere Möglichkeit", als die Partie zu verlegen. Beim Sturm Zeynep hatten sich Werbebanden von der Dachkonstruktion des Stadions gelöst und waren auf das Spielfeld und die Zuschauerränge geflogen.

In Berlin hat der Fußball-Verband alle Spiele am Samstag abgesetzt. Darauf habe man sich verständigt, nachdem die Unwetterwarnung für Berlin bis in den Nachmittag verlängert worden war, hieß es auf der Internetseite des Verbandes. Betroffen von den Absagen ist unter anderem die Regionalliga-Partie zwischen dem Berliner AK 07 und dem 1. FC Lokomotive Leipzig.

800 Feuerwehr-Einsätze in Berlin

Die Berliner Feuerwehr ist wegen des Orkantiefs Zeynep etwa 800 Mal ausgerückt. „Wir waren die ganze Nacht auf Trab“, sagt ein Sprecher der Feuerwehr. Es habe sich aber vor allem um kleinere Einsätze gehandelt. Verletzt wurde nach den bisherigen Erkenntnissen niemand.

Am Hauptstadtflughafen BER gibt es weiter Verzögerungen bei der Abfertigung. Wegen des starken Windes sei es immer noch so, dass das Gepäck häufig nicht aus den Flugzeugen aus- und auch nicht eingeladen werde, erläutert ein Flughafensprecher. „Die Passagiere fliegen nur mit Handgepäck.“ Es seien aber keine Flüge abgesagt worden. 

Stark beeinträchtigt war die S-Bahn. Mit Ausnahme von zwei Linien fuhren seit dem späten Freitagabend keine Züge mehr, nur die S2 und die S7 verkehrten noch auf einem Teil ihrer Strecke. Inzwischen wird der Betrieb auf mehreren Linien wieder langsam hochgefahren. 

Hamburg: Zwei Männer aus Auto gerettet

In Hamburg hat die Feuerwehr zwei Männer gerettet, die mit ihrem Auto in der überfluteten Speicherstadt eingeschlossen waren. Sie kam ihnen mit einem Schlauchboot zu Hilfe, wie die Polizei mitteilte. Die beiden waren stark unterkühlt und wurden vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. 
Der Rettungseinsatz in der Hamburger Speicherstadt.
Der Rettungseinsatz in der Hamburger Speicherstadt. Daniel Bockwoldt/dpa

DWD hebt Warnung vor Orkanböen in ganz Deutschland auf

Nun hat der Deutsche Wetterdienst seine Warnungen vor Orkanböen deutschlandweit aufgehoben. Das sind Böen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 120 Kilometern pro Stunde. Es werde aber weiter vor Sturmböen und schweren Sturmböen in der Nordhälfte Deutschlands gewarnt, teilte der DWD mit. 

Landunter auf den Halligen, Wangerooges Strand ist weg

Das Schlimmste scheint an der Nordseeküste überstanden zu sein, nun werden die Deiche und Schutzbauwerke auf Schäden untersucht. Es sehe auf den ersten Blick ganz gut aus, sagt der stellvertretende Direktor des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz, Michael Kruse, am Samstagmorgen. Zu möglichen Sandverlusten auf den Inseln könne er noch nichts sagen. "Wir nehmen derzeit die Schäden auf."

Auf der Nordseeinsel Wangerooge sind vermutlich etwa 90 Prozent des Badestrands im Meer verschwunden. "Auf einer Länge von einem Kilometer gibt es kaum noch Sand", sagt Inselbürgermeister Marcel Fangohr. Die Schutzdünen vor dem Trinkwasserschutzgebiet hätten kein Deckwerk mehr, dies müsse wie der Strand neu aufgeschüttet werden. Dennoch sei der Sturm glimpflich ausgegangen, er habe keine schweren Schäden verursacht. 

Landunter mit schwerer Brandung - so sah die Nacht auf den nordfriesischen Halligen aus. Hooges Bürgermeisterin Katja Just berichtet: "Es war sehr beeindruckend, weil sehr viel Kraft im Wasser war. Es war eine richtige Brandung." Die vergleichsweise hohe Ockenswarft, auf der sie wohnt, sei etwa zur Hälfte im Wasser gewesen. Ab einem Pegelstand von 7,38 Metern laufe die Hallig voll, das Hochwasser habe 9,04 Meter erreicht.

Wetterdienst: „Der Wind kommt langsam zur Ruhe“

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Warnung vor extremen Orkanböen an der Nordsee von bis zu 160 Kilometern pro Stunde aufgehoben. Auch die Unwetterwarnungen für Nordrhein-Westfalen wurden aufgehoben. Der DWD warnt aber weiterhin vor Wind- und Sturmböen. Im Tagesverlauf solle der Wind weiter abnehmen.

An der Nordsee habe sich der Wind abgeschwächt. Das Orkantief Zeynep habe die Ostsee erreicht und ziehe dann unter Abschwächung weiter in Richtung Russland, sagte eine Sprecherin des Wetterdienstes. „Der Wind kommt langsam zur Ruhe.“ Verbreitet habe es orkanartige Böen und Orkanböen der Windstärken 11 und 12 gegeben, auf der Insel Spiekeroog seien Windgeschwindigkeiten von bis zu 135 Kilometer pro Stunde gemessen worden. In Büsum in Schleswig-Holstein maß der DWD am Freitagabend eine Böe mit 143,3 km/h. 

Der Wetterdienst warnte allerdings davor, dass es zunächst unbeständig und stürmisch bleiben wird. „Der Wind kommt nicht längerfristig zur Ruhe“, sagte die Sprecherin. „Noch so ein Kaliber“ wie das Orkantief werde es aber nicht geben. 
Die Küste bei Büsum.
Die Küste bei Büsum. Daniel Reinhardt/dpa

Feuerwehr klagt über „Einsatzstellentouristik“

In Ostfriesland sind die Feuerwehren schwer beschäftigt und klagen über Schaulustige. In einer Mitteilung der Feuerwehren im Landkreis Aurich ist von  „Einsatzstellentouristik“ die Rede - trotz der Warnung, sich nicht unnötig im Freien aufzuhalten. So habe man die Bundesstraße 72 wegen umgestürzter und stürzender Bäume sperren müssen, ein Autofahrer habe aber trotzdem durchfahren wollen, um sich Einsätze der Feuerwehren anzusehen. Bis Samstagmorgen um 6 Uhr seien die Feuerwehren im Landkreis Aurich zu mehr als 520 Einsätzen gerufen worden, teilten sie mit. Das sei eine „sicherlich historische Zahl“.
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