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Stürmisches Wochenende in Mittel- und Osteuropa:Unwetter fordert Opfer

Zahlreiche Unwetter ziehen über Deutschland und einige Nachbarländer hinweg. In der Steiermark saßen 60 Menschen vorübergehend in einer Gondelbahn fest. Bei einem Mittelalterfest in Niederösterreich kam ein Mann durch abgerissene Äste ums Leben.

Rund 60 Passagiere saßen am Sonntag nach schweren Gewittern vorübergehend in einer Gondelbahn in Österreich fest, niemand wurde verletzt. Im Gewittersturm war ein Baum auf dem Kreischberg in der westlichen Steiermark umgekippt und hatte das Seil der Gondelbahn aus der Führung gerissen. Die Anlage wurde sofort gestoppt. Die etwa 60 Fahrgäste in den Gondeln mussten wegen schlechten Wetters eine Stunden lang warten, bis die Rettungsaktion gestartet werden konnte, berichtete der österreichische Rundfunk. Am frühen Nachmittag hätten jedoch alle Passagiere wohlbehalten die Gondeln verlassen können.

Bei einem schweren Unwetter war zuvor, ebenfalls in Österreich, ein Mann auf einem Mittelalterfest ums Leben gekommen. Eine Sturmböe riss am Samstag im niederösterreichischen Pöchlarn Äste von einem Baum, die in die Menge der Festgäste fielen. Dabei wurden 13 Menschen verletzt. Der 51-Jährige starb nach Polizeiangaben in der Nacht zum Sonntag in einer Klinik.

Der Unfall traf Gäste und Veranstalter unerwartet, wie ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur APA schilderte. Zwar habe das plötzliche Gewitter einige der etwa 400 Festgäste nach Hause getrieben. Die Verbliebenen hätten jedoch weiter gefeiert. Als der kräftige Wind die Äste vom Baum riss, sei Panik ausgebrochen: "Die Menschen sind um ihr Leben gerannt". Die schweren Äste stürzten in die Menge und auf Zelte. Einige Opfer mussten von der Feuerwehr mit Kettensägen befreit werden.

Starker Regen, Stürme und Hagel richteten seit Samstagabend auch in Tschechien und Polen schwere Schäden an und verursachten Überschwemmungen. Bei Trisov im Süden Tschechiens fuhr ein Personenzug auf einen umgestürzten Baum. Zwei Menschen seien dabei leicht verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur CTK. In Polen wurden mehrere Straßen überschwemmt. Allein in der Wojwodschaft Großpolen mussten die Feuerwehren nach Angaben des TV-Senders Tvn24 zu 150 Einsätzen ausrücken, weil der Sturm Dächer von den Häusern riss, Bäume umknickte und Stromleitungen beschädigte.

Windhose und Glockengeläut

Bereits am Freitagabend hatte in Niedersachsen eine rund sechzig Meter breite Windhose große Schäden angerichtet. "Der Schwerpunkt lag im Stadtgebiet Walsrode um die Ortschaft Südkampen herum", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Der von dem Unwetter betroffene Bereich sei einige Hundert Meter lang.

Etwas harmloser war die Wirkung eines Gewitters in der Nacht zum Samstag im unterfränkischen Mönchberg (Landkreis Miltenberg): Hier begannen die Kirchenglocken zu läuten. Auslöser sei vermutlich ein Blitzeinschlag in die elektrische Steuerung der Glocken gewesen, teilte das Polizeipräsidium mit. Die herbeigerufene Mesnerin habe schnell Abhilfe schaffen und die Glocken abstellen können. Bei dem Unwetter über Unterfranken wurde den Angaben nach ferner in Kitzingen das Blechdach eines Schulgebäudes auf einer Länge von 70 Metern abgedeckt. In Gochsheim (Landkreis Schweinfurt) fiel ein Baum auf zwei geparkte Autos. Verletzt wurde hier niemand.