Russische Namenswahl Süßer, kleiner Mahmudahmadinedschad

Vornamen, die die Welt nicht braucht: Ein Paar aus St. Petersburg hat seinen Sohn nach dem iranischen Präsidenten benannt - in Russland kein Problem.

Von Johannes Aumüller

Im vergangenen Winter sorgte ein bedauernswerter amerikanischer Dreijähriger wegen seines Vornamens für weltweites Aufsehen. Da weigerte sich nämlich die örtliche Supermarktbäckerei, dem armen Knirps eine Geburtstagstorte mit seinem Namen zu besprühen - weil der Junge blöderweise Adolf Hitler hieß.

Aufnahme des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad aus dem Mai: Fans in Russland.

(Foto: Foto: AFP)

Anders als zum Beispiel in Deutschland (na gut, über diese Aussage ließe sich auch noch diskutieren) sind Kinder in diversen Ländern dieses Planeten vor einem versponnenen Namensfindungsprozess ihrer Eltern nicht gefeit. Zur Reihe "Vornamen, die die Welt nicht braucht" steuerte nun auch ein Ehepaar aus St. Petersburg in Russland seinen Teil bei.

Ihrem im Juli geborenen Sohn gaben ein Mann aus Bangladesch und seine russische Frau, die zum Islam konvertierte, den Vornamen "Mahmudahmadinedschad". Die Geburtsurkunde sei bereits ausgeliefert, bestätigte ein Vertreter der örtlichen islamischen Organisation zweifelnden Nachfragern.

Sie würden den iranischen Präsidenten einfach grenzenlos bewundern, begründeten Mahmudahmadinedschads Vater und Mahmudahmadinedschads Mutter die außergewöhnliche Namenswahl. Wegen seiner Politik, seiner Standfestigkeit gegenüber den USA und Israel und seiner Intelligenz. "Wenn wir irgendwohin umziehen müssen, würde ich mich nicht dagegen wehren, im Iran zu leben, wo die Lage stabil ist und der Präsident niemanden fürchtet außer Allah", sagte die Mutter des Babys, zu dessen fünf Geschwistern auch ein Bruder namens Osama zählt.

Schon in der jüngeren Vergangenheit gab es in Russland mehrere Namenswahlen, die für Aufsehen gesorgt hatten. Unter anderem hatte eine Moskauer Behörde die Vornamen Viagra oder Privatisazija akzeptiert.

Klein-Mahmudahmadinedschad aber darf sich freuen: Wenn seine Familie Russland nicht verlässt und die politische Großwetterlage so bleibt wie sie ist, spricht nichts dagegen, dass er zu seinem dritten Geburtstag eine Torte mit Namensaufschrift bekommt. Seine Eltern müssen nur einen Bäcker finden, dessen Torten genug Platz für so viele Buchstaben haben.

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