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Prozesse - Berlin:Haftstrafe wegen Betrugsmasche mit falschen Polizisten

Berlin
Akten liegen auf der Richterbank. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Berlin (dpa/bb) - Wegen Betrugs mit der Masche, als falsche Polizisten aufzutreten, ist ein 26-jähriger Berliner zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten sprach ihn am Donnerstag des Betrugs in zwei Fällen schuldig. Zwei Senioren im Alter von 73 und 82 Jahren seien im Oktober 2019 am Telefon dazu gebracht haben, ihre Wertsachen herauszugeben. Das Gericht ging von einer Beute in Höhe von rund 68 000 Euro aus. Es seien verwerfliche Taten, hieß es im Urteil.

Der Angeklagte hatte Ermittlungen zufolge bislang unbekannte Mittäter. Einer der mutmaßlichen Betrüger habe sich zunächst am Telefon als Polizist ausgegeben und den Angerufenen vorgegaukelt, sie müssten ihre Wertsachen vor vermeintlichen Einbrechern in Sicherheit bringen. Ein 73-Jähriger übergab dem Angeklagten oder einem Komplizen laut Gericht etwa eineinhalb Kilogramm Gold. Eine 82 Jahre alte Seniorin sei dazu überredet worden, Schmuck aus ihrem Bankschließfach zu holen und zudem 10 000 Euro von ihrem Konto abzuheben. Ihre Habe sei dort nicht mehr sicher, habe ein Anrufer behauptet.

Der Angeklagte war nach der letzten Tat festgenommen worden. Er soll zuvor die von der 82-Jährigen auf Anweisung der falschen Polizisten an einem Eckgrundstück deponierte Tasche mit Bargeld und Schmuck an sich genommen haben. Zu Prozessbeginn schwieg der Mann. Das Urteil entsprach im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwältin. Der Verteidiger hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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