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Prozess in England:"Neuer Ripper" muss lebenslang hinter Gitter

Im Rahmen seines Kriminologiestudiums beschäftigte sich Stephen Griffiths mit Serienmördern. Doch das makabere Interesse des britischen Doktoranden war nicht nur wissenschaftlicher Natur.

Britische Zeitungen titulierten Stephen Griffiths als "neuen Ripper". Weil sein Fall an "Jack the Ripper" erinnert, der Ende des 19. Jahrhunderts in London mordete. Oder den "Yorkshire Ripper" Peter Sutcliffe, der in den siebziger und frühen achtziger Jahren 13 Frauen tötete.

Red Light District Comes Under Investigation After Prostitutes Go Missing

Die britische Polizei untersucht derzeit, ob der wegen Mordes an drei Prostituierten verurteilte Stephen Griffiths für weitere Verbrechen im Raum Bradford im Norden Englands verantwortlich ist.

(Foto: Getty Images)

Auch die Opfer des Kriminologiestudenten Griffiths arbeiteten allesamt im Rotlichtmilieu: Im nordenglischen Leeds wurde der 40-Jährige nun wegen Mordes an drei Prostituierten zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt.

Mörderische "Magie"

In der Begründung des Urteils sagte der Richter, die Umstände der Morde seien so "bösartig und ungeheuerlich", dass Griffiths lebenslang in Haft bleiben müsse. Ein psychologisches Gutachten habe keinen Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit gelassen.

Zuvor hatte Griffiths, der sich selbst als "Kannibale mit der Armbrust" bezeichnet, gestanden, der 36-jährigen Prostituierten Suzanne Blamires mit einer Armbrust in den Kopf geschossen zu haben, als diese zu fliehen versuchte. Er bekannte sich auch des Mordes an der 31-jährigen Shelley Armitage und der 43-jährigen Susan Rushworth schuldig. Die drei Frauen waren im nordenglischen Bradford als vermisst gemeldet worden, wo Griffiths bis zu seiner Festnahme Ende Mai am Rande des Rotlichtviertels wohnte.

Im Prozess hatte der Angeklagte angegeben, Körperteile seiner ersten beiden Opfer gekocht und gegessen zu haben. Das dritte Opfer habe er ungekocht verspeist. Dies sei "Teil der Magie", hatte er gegenüber der Polizei zu Protokoll gegeben.

Kein Zeichen von Reue

Als erschwerenden Umstand nannte der Richter bei der Urteilsverkündung, dass Griffiths nie das geringste Zeichen von Reue gezeigt habe.

Da der verurteilte Prostituiertenmörder in einem früheren Interview von sechs Opfern gesprochen hatte, untersuchen die Ermittler, ob er auch für drei weitere ungeklärte Morde verantwortlich ist.

Laut Medienberichten verfolgte Griffiths an der Universität von Bradford ein Promotionsstudium in Kriminologie - mit Spezialisierung auf berühmte Verbrecher des 19. Jahrhunderts, darunter auch "Jack the Ripper".