bedeckt München 11°
vgwortpixel

Prozess:Höxter-Angeklagte über Ex-Mann: "Er hat mich manipuliert"

  • Angelika W. räumt erneut im Höxter-Prozess ein: Ein Großteil der Misshandlungen gegen die Frauen sei von ihr ausgegangen. Sie habe damit dem Willen ihres Ex-Mannes entsprechen wollen.
  • Bei den ersten Vernehmungen der Polizei hatte die Angeklagte sich als alleinige Täterin dargestellt. Ihr Ex-Mann hatte gedroht, der Frau, die ihn hinter Gitter bringt, die Kniescheiben zu zertrümmern.

Es ist der sechste Verhandlungstag im Höxter-Prozess. Bereits die vergangenen fünf Termine wurden von der Aussage von Angelika W. eingenommen. Sie ist gemeinsam mit ihrem Ex-Mann Wilfried W. angeklagt, weil sie beide jahrelang Frauen misshandelt und in zwei Fällen auch getötet haben sollen.

Vor dem Landgericht in Paderborn macht Angelika W. ihrem früheren Ehemann schwere Vorwürfe. Er habe sie manipuliert, in Todesangst versetzt und zu seinem Werkzeug gemacht.

Prozess

Höxter-Angeklagte schildert monatelanges Martyrium eines Opfers

Angelika W. berichtet emotionslos von den grausamen Misshandlungen einer Frau. Die Mutter der Toten muss das entsetzt mitanhören.

Allerdings räumte die Angeklagte ein, dass ein Großteil der Misshandlungen gegen die Frauen von ihr ausgegangen seien. Die 46-Jährige habe damit dem Willen von Wilfried W. entsprechen wollen, sagt sie. Ausdrücklich zu den Gewalttätigkeiten aufgefordert habe er sie aber in der Regel nicht. Nach eigener Aussage soll auch sie selbst immer wieder Opfer brutaler Übergriffe ihres Ex-Mannes geworden sein.

Was sagt der Ex-Mann?

Wilfried W. schweigt weiter zu den Vorwürfen. Nach Angaben seiner Anwälte sieht er sich nicht als Verantwortlicher, sondern seine Ex-Frau als alleinige Täterin. Diese Version wird von Polizeiermittlungen gestützt: Bei ersten Vernehmungen durch die Polizei hatte Angelika W. sich auch als alleinige Täterin dargestellt. Sie habe damals nicht gewollt, dass er ihretwegen ins Gefängnis müsse, sagte sie vor Gericht. Er habe gedroht, der Frau, die ihn erneut hinter Gitter bringt, die Kniescheiben zu zertrümmern.

Gewalt gegen Frauen spielte im Leben des Angeklagten offenbar früher eine Rolle. Als 25-Jähriger war er zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, weil er mit einer weiteren Person seine damalige Ehefrau schwer misshandelt hatte.

Der Prozess im Fall Höxter geht im Januar weiter. Das Gericht geht davon aus, dass er noch bis in den Sommer dauern könnte.

© SZ.de/dpa/vbol/lkr
Verbrechen in Höxter Angeklagte Angelika W. spricht über eigenes Leid in Höxter

Landgericht Paderborn

Angeklagte Angelika W. spricht über eigenes Leid in Höxter

Angelika W. und Wilfried W. stehen vor Gericht, weil sie mindestens zwei Frauen getötet haben sollen. Die 47-Jährige macht ihrem Ex-Partner vor Gericht schwere Vorwürfe.

Zur SZ-Startseite