Ägyptischer Milliardär Krimi aus Tausendundeiner Nacht

Suzanne Tamim war jung, schön und begabt: So wurde die libanesische Sängerin zum Objekt der Begierde eines ägyptischen Milliardärs. Als sie sich weigerte, die Zweitfrau des Immobilientycoons zu werden, soll dieser einen Killer auf sie angesetzt haben.

Es ist einer der spektakulärsten Kriminalfälle Ägyptens: Eine schöne junge Sängerin wird mit durchschnittener Kehle in ihrem Appartement aufgefunden. Schnell gerät ihr älterer Liebhaber, ein einflussreicher Milliardär, in Verdacht, den Mord aus Eifersucht in Auftrag gegeben zu haben. Es folgt ein aufsehenerregender Prozess, der die arabische Welt monatelang in Atem hält. Dann das Urteil: Todesstrafe.

Nach dem Todesurteil gegen Hischam Talaat Mustafa (links) im Mai 2009 kam es zu Tumulten im Gerichtssaal.

(Foto: AP)

Abgeschlossen ist der Fall damit jedoch nicht.

Ein Strafgericht in Kairo hat nun entschieden: Hischam Talaat Mustafa wird nicht hingerichtet, stattdessen muss der 50-Jährige für den Auftragsmord an der libanesischen Sängerin Suzanne Tamim eine 15-jährige Haftstrafe verbüßen.

Der Ex-Polizist, der den Mord ausgeführt hatte, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Ursprünglich waren sowohl Mustafa als auch Mohsen al-Sukkari, der als Leibwächter für den Immobilientycoon gearbeitet hatte, zum Tode verurteilt worden. Ein Kassationsgericht hatte die Todesurteile jedoch im vergangenen März wegen Verfahrensfehlern aufgehoben und einen neuen Prozess angeordnet.

Al-Sukkari soll dem arabischen Popstar im Auftrag seines Arbeitgebers im Juli 2008 in ihrer Wohnung in Dubai die Kehle durchgeschnitten haben. Als Motiv für den Auftragsmord wird Eifersucht vermutet.

Der Milliardär hatte der fast zwanzig Jahre jüngeren Tamim angeboten, seine Zweitfrau zu werden. Die Libanesin lehnte jedoch ab - und begann stattdessen eine Liebesbeziehung mit einem irakischen Kick-Boxer.

Das Verbrechen an der populären Musikerin hatte in der arabischen Welt für großes Aufsehen gesorgt. Tamim hatte 1996 die libanesische Casting-Show Studio al-Fann gewonnen und danach Karriere gemacht.

Der Prozess gegen den schwerreichen Angeklagten war von vielen ägyptischen Kommentatoren als Test für die Neutralität der Justiz des Landes bezeichnet worden. Mustafa pflegte gute Beziehungen zu führenden Funktionären der Regierungspartei von Präsident Hosni Mubarak.

Ob der Fall mit dem neuerlichen Urteil andgültig zu den Akten gelegt werden kann, bleibt indes abzuwarten: Sowohl die Angeklagten als auch der Staatsanwalt können gegen das Urteil Berufung einlegen.