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Promis der Woche:Von Ehe-Exits, Hormonhaushalten und Tütenpacker-Jobs

Gwyneth Paltrow, Robbie Williams und Helene Fischer wissen es: Manchmal dauert es seine Zeit, bis sich eine Situation zur Zufriedenheit aller Beteiligten aufklärt.

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Boris Johnson

FILE PHOTO: London mayor Boris Johnson arrives to cast his vote in Islington in London

Quelle: Peter Nicholls/Reuters

Politisch ist der frühere britische Außenminister, 54, Befürworter eines harten Brexit, er will also möglichst schnell raus aus der EU. Doch damit konnte er sich nicht durchsetzen, im Juli trat er im Streit mit Premierministerin Theresa May zurück. Auch der private Umbruch, den Johnson an diesem Freitag öffentlich machte, scheint eine längere Angelegenheit zu sein. Er und seine Frau, die Juristin Marina Wheeler, ebenfalls 54, lassen sich scheiden. Das Paar habe sich bereits vor Monaten getrennt, der britischen Boulvardzeitung The Sun zufolge sollen wiederholte Affären Johnsons der Grund für das Ende der Ehe sein. Dennoch hört sich die schriftliche Erklärung der beiden nicht nach einem harten "Ehe-Exit" an. "Nach 25 Jahren Ehe haben wir entschieden, dass es in unserer beider bestem Interesse ist, sich zu trennen. Als Freunde werden wir unsere vier Kinder in den kommenden Jahren weiter unterstützen." Das klingt nach "conscoius uncoupling", also nach bewusster Entpartnerung, ein Begriff, den einst die Schauspielerin Gwyneth Paltrow prägte, als sie sich von ihrem damaligen Partner, dem Coldplay-Sänger Chris Martin, getrennt hatte.

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Gwyneth Paltrow

Gwyneth Paltrow

Quelle: picture alliance/AP Photo

Womit wir bei der nächsten Prominenten wären. Auch in diesem Fall geht es um ein länger währendes Problem, das die Protagonistin möglichst schnell aus der Welt schaffen will. Paltrow gibt seit einigen Jahren ein Lifestyle-Magazin heraus, Goop heißt es. Dort sollen wiederholt falsche Behauptungen aufgestellt worden sein. Es geht um Jade-Eier, die sich Frauen in die Vagina einführen können. Warum sie das tun sollten? Dem Magazin zufolge sollten sie die Libido anregen, für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt sorgen und bei Blasenschwäche helfen. Das Problem: Nichts davon ist wissenschaftlich belegt. Die Organisation Truth In Advertising (TIA) hatte deswegen Beschwerde bei der kalifornischen Staatsanwaltschaft eingelegt. Nun hat man sich nach einem längeren Streit außergerichtlich geeinigt: Goop zahlt 145 000 Dollar, entschädigt seine Kunden und verpflichtet sich, keine Heilsversprechen mehr abzugeben. Ein Schuldeingeständnis ist das aber nicht. Eine Unternehmenssprecherin sagte, man stimme nicht mit der Meinung der Kläger überein. Man habe nur die Angelegenheit schnell beenden wollen.

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Robbie Williams und Ayda Field

Robbie Williams und Ehefrau Ayda Field

Quelle: Tobias Hase/dpa

Der Sänger und seine Frau mussten lange warten, bis sie zum dritten Mal Eltern werden konnten. Die Schauspielerin postete ein Bild mit zwei Erwachsenenhänden und drei Kinderhänden auf Instagram, mittlerweile unter Prominenten das führende Verlautbarungsorgan für Geburten. Colette "Coco" Josephine sei biologisch die Tochter von Williams und ihr, aber mit Hilfe einer Leihmutter zur Welt gekommen, schrieb Field. Das Paar habe die Pläne nicht öffentlich gemacht, da es "ein sehr langer und schwieriger Weg" gewesen sei. Warum sie sich zu diesem Schritt entschieden hatten, sagten sie nicht. Das Paar hat bereits einen Sohn und eine Tochter.

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Rose McGowan

Rose McGowan

Quelle: AP

Die GQ-Awards sind eher eine Männerveranstaltung. Vergeben vom gleichnamigen Männermagazin sind zwar auch Frauen unter den Preisträgern, doch hauptsächlich werden hier Männer dafür geehrt, dass sie kulturell, wirtschaftlich oder politisch irgendetwas reißen. Es ist also ein Zeichen, wenn nun - knapp ein Jahr nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein - die Schauspielerin Rose McGowan auf dieser Testosteron-Bühne für ihr Engagement in der #MeToo-Bewegung ausgezeichnet wird. Als erste Frau gewinnt sie in der Kategorie "Inspiration". Die ersten Worte ihrer Dankesrede: "Ich komme in Frieden - wirklich!" Es gehe darum, in erster Linie als Mensch gesehen zu werden und nicht als Frau oder Mann. "Unter den Augen der Göttin sind wir alle gleich."

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Geoffrey Owens

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Quelle: AP

Schauspieler müssen viel warten: auf das Casting, den Job, den Einsatz vor der Kamera - und vor allem auf den Durchbruch. Geoffrey Owens wartet seit 26 Jahren. So lange ist es her, dass er als Nebendarsteller in der "Bill Cosby Show" seinen größten Auftritt vor der Kamera hatte. Nun steht er an einer Supermarktkasse und packt Kunden ihre Einkäufe in Tüten. Ein Foto des 57-Jährigen geisterte diese Woche durch das Internet und einige reagierten darauf mit Häme. "Glücklicherweise habe ich mich nicht lange geschämt", sagte Owens darauf in der ABC-Sendung "Good Morning America". Zahlreiche Prominente waren ihm zur Seite gesprungen. Der Schauspieler und frühere Football-Profi Terry Crews twitterte, ein ehrlicher Job sei nichts, wofür man sich schämen müsse. Er selbst habe nach der Football-Karriere geputzt - "wenn es nötig wäre, würde ich es wieder tun". Im Interview erzählte Owens, er habe nach der "Bill Cosby Show" auch in anderen TV-Serien und Theaterstücken mitgespielt. Doch kein Engagement habe länger als zehn Wochen gedauert. Er arbeite an der Supermarktkasse, um flexibel zu sein. Außerdem liebe er seine Arbeit dort. "Der ein oder andere Job mag auf dem Papier toller aussehen, aber deswegen ist er noch lange nicht besser. Jede Arbeit ist wertvoll", sagte Owens.

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Helene Fischer

Rammstein verdrängt Helene Fischer

Quelle: picture alliance / Matthias Balk

Bei der Schlagersängerin hat es sehr lange gedauert, bis sie sich zu den Vorfällen in Chemnitz geäußert hat. Anders als viele andere Musiker, die in die Stadt gereist waren, um ein Zeichen gegen Fremdenhass zu setzen. Anfang dieser Woche kam dann tatsächlich ein Statement: "Wir können und dürfen nicht ausblenden, was zur Zeit in unserem Land passiert, doch wir können zum Glück auch sehen, wie groß der Zusammenhalt gleichzeitig ist - das sollte uns stolz machen. Musik als Zeichen der Verbundenheit und immer ist es Liebe, die gewinnt", postete sie auf Facebook. Nun fragt mancher sich: Warum ist es überhaupt wichtig, was Helene Fischer über Chemnitz denkt? Zum einen, weil in Deutschland kaum jemand so viele Stadien füllt, Alben verkauft und menschliche Gehörgänge erreicht wie die 34-Jährige. Zum anderen, weil es sozusagen zu ihrer Berufsbezeichnung gehört, Sehnsüchte zu verkaufen. Und welche Sehnsucht wird in Deutschland gerade dringender gebraucht, als die nach Liebe und Zusammenhalt? Insofern: Sing für uns, Helene Fischer!

© SZ.de/AFP/Bloomberg/dpa/eca/olkl

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