Pannenserie bei der Deutschen Bahn Wolfsburg - gibt es gar nicht

Nächste Haltestelle: Stendal. Zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit vergisst ein ICE, in Wolfsburg zu halten. Zuletzt machte die Bahn eine Baustelle für das Malheur verantwortlich, jetzt ist sie ratlos - und kündigt für kommende Woche Aufklärung an.

Bielefeld - gibt es gar nicht. Aus einer lustigen Satire-Idee ist ein gängiger Spruch geworden, der manche Einwohner der Stadt gehörig ärgert. Doch die Bielefelder können beruhigt sein. Zumindest bei der Deutschen Bahn ist der Satz noch nicht angekommen. Dort heißt es stattdessen: Wolfsburg - gibt es gar nicht.

Meidet hin und wieder den Wolfsburger Hauptbahnhof: der Intercity-Express (ICE) der Deutschen Bahn.

(Foto: dpa)

Denn am Wochenende ist es schon wieder passiert, dass auf dem Weg von München nach Berlin ein Zug an Wolfsburg vorbeirauschte - und erst im rund 100 Kilometer entfernten Stendal (Sachsen-Anhalt) hielt. Bereits im Juli war es zwei Mal zu dieser Panne gekommen, noch vor einem Monat hatte die Deutsche Bahn versprochen, dass ihre ICE-Schnellzüge den Halt in Wolfsburg nicht mehr vergessen würden.

Einen Grund, warum die Bahn erneut den Wolfsburger Hauptbahnhof ein weiteres Mal ignoriert hat, konnte eine Sprecherin zunächst nicht nennen. Der Zug hätte eigentlich um 17.47 Uhr halten sollen, sagte sie. Die Fahrgäste seien von Stendal aus wieder zurückgefahren und mit anderthalbstündiger Verspätung an ihrem Ziel angekommen. Am Dienstag soll es eine Aufklärung geben. "Eine dicke Entschuldigung" an die Fahrgäste sprach die Bahn schon am Sonntag aus.

Schon Anfang September musste Bahn-Vorstandsmitglied Manuel Rehkopf Wolfsburgs Oberbürgermeister Rolf Schnellecke (CDU) beschwichtigen. Wolfsburg sei als Standort von Europas größtem Autobauer VW Niedersachsens größte Industriestadt und mit Recht ICE-Halt, sagte Schnellecke. Die Bahn erklärte damals, Schuld an den Pannen sei die Baustelle auf der Ost-West-Achse Richtung Berlin gewesen. Die Fahrpläne seien dadurch kompliziert geworden.

Der VfL Wolfsburg hatte mit Freikarten für ein Bundesliga-Heimspiel bei Lokführern für den Halt geworben.