Sturm "Xaver" Hochwasser bis drei Meter über normal

Die höchste der Sturmfluten in Deutschland wird nach bisheriger BSH-Einschätzung in der Nacht zum Freitag nach Mitternacht in Ostfriesland und an der Nordseeinsel Borkum erwartet. Später soll der Scheitel dann die Elbmündung bei Cuxhaven und parallel dazu Nordfriesland erreichen. In Hamburg und Bremen soll die Sturmflut Freitagfrüh ankommen. Die Prognose könne sich aber noch um bis zu sechs Stunden verschieben. Beim Hochwasser in der Nacht von Donnerstag auf Freitag werde ein Stand zwischen 2,25 und drei Meter über normal erwartet, teilte der Niedersächsische Küstenschutz mit.

Heftige Sturmfluten drohen insbesondere wegen des Neumonds, da die Gezeitenkräfte mit dem Heben und Senken der Wasseroberfläche im Wesentlichen von der Anziehungskraft des Mondes bestimmt werden. Die Sonne verstärkt die Wirkung durch ihre Anziehungskraft. Deshalb fällt die Flut besonders stark aus, wenn Sonne und Mond mit der Erde auf einer Achse stehen, also bei Vollmond und Neumond. Das Phänomen ist als "Springtide" bekannt.

Schnee und Wintergewitter im Süden

Im Süden Deutschlands kommt Xaver abgeschwächt, aber immer noch mit starken Böen, in den Hochlagen auch mit schweren Sturmböen an. In den Kamm- und Gipfellagen der Berge können auch weiter südlich noch Orkanstärken erreicht werden.

Landesweit ist am Donnerstag und Freitag nach heftigen Schauern auch mit starken Schneefällen zu rechnen, da Xaver Feuchtigkeit und eiskalte Polarluft mitbringt. Bis zu fünf Zentimeter Neuschnee werden erwartet, in den Mittelgebirgen bis zu zehn Zentimeter. In höheren Lagen kann es zu Schneeverwehungen kommen. Auch Schneestürme und Wintergewitter sind möglich.

Zum Wochenende hin gehen die Windstärken langsam zurück. Dann treten orkanartige und Sturmböen nur noch teils im Osten und Norden auf, im Westen und Südwesten kehrt aber Ruhe ein. Die lange Dauer über eineinhalb Tage ist dem Wetterdienst zufolge das Besondere an dem Tief.