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Österreichischer Politiker beim Liebesspiel gefilmt:Wenn der Wald Augen hat

Statt Hirschen und Rehen hat eine Wildbeobachtungskamera in Kärnten einen Politiker beim Sex mit seiner Geliebten aufgezeichnet. Jetzt diskutiert ganz Österreich den Fall - nicht die Politiker-Affäre, sondern die Frage, wieso in freier Natur eigentlich überall Kameras stehen.

Cathrin Kahlweit

Eine Kamera, mit der Wasservögel beobachtet werden sollen, zeichnet einen Mord auf: Will Smith bringt das in dem Film "Staatsfeind Nr. 1"außerordentlich viel Ärger. Ein Kärntner Politiker hat nun Ähnliches erlebt, wenngleich die Folgen für ihn nicht lebensbedrohlich sein dürften.

Der Mann verabredete sich mit seiner Geliebten zum Techtelmechtel im dunklen Wald und wähnte sich unbeobachtet. Allerdings filmte eine Wildbeobachtungskamera sein Liebesspiel. Die Geschichte wurde bekannt, in Kärnten jedoch ist der Name des Mannes bis auf Weiteres unter Verschluss.

Nun hat sich eine Debatte darüber entwickelt, ob es eigentlich erlaubt ist, Kameras in der freien Natur aufzustellen, die Morde, Sex oder auch nur harmlose Spaziergänger filmen könnten. Das Aufstellen solcher Kameras zur Zählung des Wildbestandes oder zur Fütterungsbeobachtung ist im Grundsatz meldepflichtig, wenn die Bilder so scharf sind, dass man darauf Menschen erkennen kann, hat die Österreichische Datenschutzkommission erklärt.

Allerdings räumen die Behörden ein, dass solche Meldungen fast nie eingingen. Die Kärntner Landesjäger teilen mit, dass es bisher mit Wildbeobachtungskameras noch nie ein Problem gegeben habe. Schließlich würden sie in der Regel ja dort aufgestellt, wo sich selten Menschen aufhielten.

Pikanterweise wirft die Sache ein Schlaglicht auf ein ganz anderes Problem: Unangemeldete Kameras, die Menschen ohne ihr Wissen filmten, würden meist in den Städten eingesetzt, weiß die Österreichische Datenschutzkommission - als Beweismittel in Nachbarschaftsstreits.

© süddeutsche.de/goro/feku

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