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Ölpest vor Neuseeland:Sieben Monate Haft für "Rena"-Kapitän

Tausende verendete Vögel, verseuchtes Naturparadies, Millionenschäden: Die Umweltkatastrophe vor Neuseelands Bay of Plenty war die schlimmste in der Geschichte des Landes. Nun sind zwei Verantwortliche zu Haftstrafen verurteilt worden.

Es war die schwerste Umweltkatastrophe in Neuseeland, als am 5. Oktober vergangenen Jahres das Containerschiff Rena an einem Riff vor der Bay of Plenty auf Grund lief. 400 Tonnen Öl traten aus, zahllose Vögel und Meerestiere verendeten. Nun sind der Kapitän und der Navigationsoffizier des Schiffes zu je sieben Monaten Haft verurteilt worden.

Rena-Kapitän zu Haftstrafe verurteilt

Am Astrolabe Riff vor Neuseelands artenreicher Küste lief die Rena am 5. Oktober 2011 auf Grund und brach auseinander. Hunderte Tonnen Schweröl traten aus den Tanks des Frachters aus.

(Foto: dpa)

Die beiden Philippiner hatten sich schuldig bekannt, die Rena in gefährlicher Weise gesteuert und nach dem Unfall Schiffsdokumente manipuliert zu haben. Laut dem vorläufigen Bericht einer Untersuchungskommission versuchte die Rena zum Zeitpunkt des Unfalls, den Weg zum Hafen von Tauranga abzukürzen, um eine Frist einzuhalten. Dabei habe die Crew eine Reihe von Fehlern gemacht und den Kurs des Schiffes auf unzulässige Weise geändert, sagte der Staatsanwalt. Da die beiden sich schuldig bekannten, verkürzte sich der Prozess.

Die beiden Männer nahmen die Urteilsverkündung vor einem Gericht in Rotorua am Freitag mit ernster Mine entgegen, wie die Zeitung New Zealand Herald berichtete. Mit seiner Entscheidung blieb das Gericht weit hinter dem Erwarteten zurück. Die Höchststrafe für die den Seeleuten angelasteten Vergehen liegt bei sieben Jahren.

Das Wrack des Frachters brach im Januar auseinander, Anfang April sank das Heck des Schiffes in schwerem Seegang. Bei dem Umglück waren auch viele der knapp 1400 Container von Bord der Rena in die Fluten des Pazifik gerutscht, die noch immer nicht alle geborgen werden konnten.

Die neuseeländische Regierung schätzt die Kosten für die Reinigung nach der Umweltkatastrophe auf umgerechnet 80 Millionen Euro, der Großteil davon wird durch eine Versicherung abgedeckt. Die Schifffahrtsbehörde klagt in einem anderen Gerichtsverfahren derzeit auf Entschädigungszahlungen von der Reederei Daina Shipping. Ihr wird die Freisetzung schädlicher Substanzen vorgeworfen, dafür droht eine maximale Geldstrafe von umgerechnet 373.000 Euro, plus 10.000 Dollar für jeden weiteren Tag, an dem sich die Verschmutzung fortsetzt.