Gesellschaft:Jährlich etwa 2000 Personen als vermisst gemeldet

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Hinter einer Lupe ist der Schriftzug „Vermisste Person“ zu sehen. (Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Es sind Dauerausreißer, Erwachsene, die bewusst ihr Umfeld verlassen oder auch orientierungslose Senioren: Tausende Vermisstenfälle gibt es jedes Jahr in Sachsen-Anhalt. Die meisten klären sich nach kurzer Zeit.

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Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt werden jährlich mehr als 2000 Personen als vermisst gemeldet. Von Jahresbeginn bis zum 12. Dezember waren es in diesem Jahr genau 2197 Menschen, wie das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt auf Nachfrage mitteilte. 2065 Vermisste seien wieder zurückgekehrt oder aufgefunden worden. In der Corona-Pandemie waren die Vermisstenzahlen geringer und nach 2466 im Jahr 2019 auf 2100 im Jahr 2020 und 1874 im Jahr 2021 gesunken. Im vergangenen Jahr gab es laut LKA 2207 Vermisstenmeldungen.

Dauerausreißer schlagen zu Buche

Kinder und Jugendliche werden besonders häufig vermisst gemeldet. Diese Gruppe ist laut LKA wegen der regelmäßig hohen Zahl von Dauerausreißern besonders relevant. Landesweit gebe es eine zweistellige Zahl von Dauerausreißern, die immer wieder wegliefen. Bei einer Dauerausreißerin schlugen allein 64 bekannte Vermisstenmeldungen zu Buche.

Zum Zeitpunkt der Erhebung Mitte Dezember wurden 132 Personen im Land vermisst, davon waren 75 männlich und 57 weiblich. 95 davon waren Kinder und Jugendliche, vielfach Dauerausreißer. Bei den 37 Erwachsenen handelt es sich Erkenntnissen der Beamten zufolge überwiegend um individuelle Entscheidungen, die jeweils aktuelle Lebenssituation oder das Lebensumfeld zu verändern oder unter Umständen auch zu beenden, hieß es. Unter den vermissten Menschen über 60 seien nicht selten orientierungslose Seniorinnen und Senioren.

Etwas mehr vermisste Senioren

Die Statistik deutet auf einen leichten Anstieg der Vermisstenzahlen in der Altersgruppe ab 60 Jahren hin. 2019 gab es in dieser Gruppe 87 Vermisstenmeldungen, in der Corona-Zeit folgten keine nennenswerten Steigerungen. 2022 lag die Zahl der vermisst gemeldeten Menschen ab 60 Jahren bei 121 und bis zum 12. Dezember dieses Jahres waren es 105.

Die meisten Vermissten kehren schnell von selbst zurück oder werden gefunden. Nach grober Zählung erledigten sich bis zu 70 Prozent der Vermisstenfälle binnen drei Tagen, so das LKA. Bei etwa 20 Prozent dauere es bis zu einer Woche. „Der Rest klärt sich nach mehreren Wochen oder Monaten und unter Umständen auch nach Jahren.“

© dpa-infocom, dpa:231221-99-370502/2

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