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Amtsgericht Düsseldorf:Metzelder muss persönlich vor Gericht erscheinen

Ehemaliger Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder

Muss vor Gericht: Christoph Metzelder.

(Foto: Oliver Killig/dpa)

Ende April beginnt der Prozess gegen den ehemaligen Nationalspieler. Es geht um Fotos, auf denen sexuelle Gewalt gegen Kinder zu sehen ist.

Von Jana Stegemann, Düsseldorf

Im September 2019 hatten polizeiliche Durchsuchungen an einer Sportschule und einer Düsseldorfer Privatadresse für Schlagzeilen gesorgt - 1,5 Jahre später steht fest, dass es zu einem Prozess kommen wird. Vor Gericht verantworten muss sich ab Ende April ein ehemaliger Fußballnationalspieler aus Nordrhein-Westfalen: Christoph Metzelder. Das Amtsgericht Düsseldorf hat die Anklage der Staatsanwaltschaft von Anfang September 2020 zugelassen, wie das Gericht am Montag mitteilte. Das bedeutet auch, dass der frühere Profifußballer persönlich auf der Anklagebank sitzen und sich einem öffentlichen Prozess stellen muss.

Die Ermittler werfen dem 40-Jährigen vor, "es unternommen zu haben, einer Person in 29 Fällen Besitz an kinderpornografischen Schriften zu verschaffen" sowie kinder- und jugendpornografisches Material in einem Fall besessen zu haben. Metzelder soll Fotos, auf denen sexuelle Gewalt gegen Kinder zu sehen ist, über Whatsapp einer Frau aus Hamburg geschickt haben. Diese frühere Freundin hatte das Ermittlungsverfahren gegen Metzelder durch eine Anzeige bei der Polizei Hamburg überhaupt erst angestoßen. Auch gegen die Frau wird mittlerweile ermittelt.

Bislang hat das Amtsgericht drei Termine bis Mitte Mai für den Strafprozess gegen Metzelder angesetzt. Für den ehemaligen Nationalspieler gilt bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung in dem Strafverfahren die Unschuldsvermutung, er bestreitet die Vorwürfe. Das sah im vergangenen Jahr noch anders aus, da hatte das Verwaltungsgericht Düsseldorf in einem Beschluss von einer "geständigen Einlassung des Antragstellers" (gemeint war Metzelder) geschrieben. Was genau er gestanden hat, geht daraus allerdings nicht hervor. Inzwischen hat der 40-Jährige seinen Strafverteidiger gewechselt, er wird nun von Ulrich Sommer aus Köln verteidigt. Und mit dem Verteidigerwechsel scheint sich auch die Verteidigungsstrategie zu verändern.

Juristischer Teilsieg für Metzelder

Was sich in den vergangenen 18 Monaten allerdings nicht geändert hat: Metzelders Schweigen in der Öffentlichkeit. Von Beginn an versuchte Metzelders Medienanwalt, jede Verdachtsberichterstattung über seinen Mandanten zu verhindern. Doch gängige Rechtsprechung ist, dass über den Verdacht von Straftaten auch identifiziert berichtet werden darf, wenn es sich um eine Person "mit Vor-und Leitbildfunktion" handelt und der Verdacht die Öffentlichkeit wesentlich berührt.

Metzelder galt lange als gesellschaftliches Vorbild, hatte sich öffentlich für Kinderrechte und Kindeswohl eingesetzt - unter anderem rief er 2006 eine eigene Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche ins Leben. Dafür bekam er 2017 das Bundesverdienstkreuz. Der Vater einer Tochter engagierte sich auch in einem Verein für sexuell missbrauchte Kinder. Entsprechend groß ist die Fallhöhe, wenn ausgerechnet so jemand im Zusammenhang mit dem Verdacht sexueller Darstellung von Kindern genannt wird.

Vor Kurzem hatte Metzelder jedoch einen juristischen Teilsieg errungen: Das Amtsgericht Düsseldorf durfte nicht in Form einer ins Internet gestellten Pressemitteilung mit Nennung des Namens detailliert über Details der Anklage berichten. Es war dem Gericht aber erlaubt, Medienvertreter "wahrheitsgemäß unter Namensnennung über die Anklageerhebung und den Tatvorwurf in abstrakter Form unter Hinweis auf die Unschuldsvermutung zu unterrichten".

Das hatte das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster entschieden und damit einen Beschluss der Vorinstanz teilweise gekippt. Nicht durchsetzen konnten sich Metzelders Anwälte damals mit der Forderung, dem Amtsgericht Vorgaben für die künftige Pressearbeit zu machen. Auch die Namensnennung des ehemaligen Nationalspielers gegenüber Medienvertretern fand das OVG nicht problematisch. Und so stand auch in der kurzen Pressemitteilung des Amtsgerichts Düsseldorf am Montag sein Name.

© SZ/afis
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