JVA Lübeck Polizei überwältigt Geiselnehmer

  • Bei der Geisel soll es sich um eine Psychologin handeln.
  • Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, der Einsatz dauerte am frühen Abend noch an.

Die Geiselnahme in der Justizvollzugsanstalt Lübeck ist beendet. Polizisten konnten den Täter am Montagabend nach eigenen Angaben überwältigen und die Geisel in Sicherheit bringen. Der Täter sei leicht verletzt, die Geisel unverletzt.

Bei dem Täter handelt es sich der Polizei zufolge um einen bewaffneten Häftling, der eine Frau in seine Gewalt gebracht hatte. Die Frau sei laut Lübecker Nachrichten eine Psychologin. Zur Geiselnahme kam es gegen 15.00 Uhr, der Polizeieinsatz dauerte bis zum frühen Abend an. Einsatzkräfte hatten mehrere Stunden mit dem Mann verhandelt.

Der Fall vom Montag war nicht die erste Geiselnahme in der JVA Lübeck. Am Heiligabend 2014 hatten vier Männer einen Justizvollzugsbeamten in ihre Gewalt gebracht, um ihre Flucht aus dem Gefängnis zu erzwingen. Der Versuch scheiterte; die Männer wurden vor gut zwei Jahren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Im Juli 1997 hatte ein Mann in der JVA Lübeck einer Sozialpädagogin nach einem Gespräch in ihrem Büro plötzlich ein selbstgebasteltes Messer an den Hals gehalten und sie rund fünf Stunden in seiner Gewalt behalten. Das Ganze wurde unblutig beendet, als der Geiselnehmer mit der Frau das Gefängnis in einem präparierten Fluchtauto verlassen wollte. Bei der Geisel handelte es sich um die Frau des damaligen Leitenden Oberstaatsanwalts. Der Täter wurde später zu fünf Jahren Haft verurteilt.