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Lebensraum Wald:Der Eremit

Einsiedler Günther Hamker

Einsiedler Günther Hamker vor seinem Häuschen im Wald in der Nähe von Bockenem (Niedersachsen).

(Foto: Swen Pförtner/dpa)

Günther Hamker wohnt seit 54 Jahren im Wald. Es gibt Menschen, vor allem Städter, die ihn um die Ruhe und die Natur beneiden. Doch in der Stille, das hat Hamker lernen müssen, können die Gedanken sehr laut werden.

Von Thomas Hahn

Günther Hamker betrachtet die Menschen, die ihn betrachten. Die Zeitungsleute, die Fernsehreporter. Und er hat sich oft gefragt, warum sie immer wieder zu ihm kommen. Warum sie ihn behandeln, als sei er etwas Besonderes, obwohl er doch im Grunde nichts anderes tut, als vor sich hin zu leben. Wie alle anderen auch, nur eben nicht in irgendeinem gewöhnlichen Wohngebiet, sondern hier, entfernt von allen Siedlungen, in seiner Efeu umrankten Holzhütte zwischen den Bäumen des Hainbergs im Vorharz, Niedersachsen. "Ich kam mir vor wie Ötzi II", sagt Günther Hamker. "So einen Medienrummel gab es mal, als sie die Gletschermumie gefunden haben, 5000 Jahre alt, gut erhalten. Nun haben sie nach 54 Jahren einen alten Opa aufgetan. Der lebt noch, mitten im Wald." Günther Hamker lacht.

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