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Suche nach Krokodil:Lock-Huhn und Lockdown

Kot stammt nicht von Krokodil - Huhn soll Reptil nun locken

Den Lockvogel - ein verendetes Huhn - hat das Krokodil bisher verschmäht.

(Foto: dpa)

Schwimmt in dem Fluss Unstrut in Thüringen ein Krokodil? Das zumindest behaupten Augenzeugen. Ein totes Huhn soll für Klarheit sorgen.

Kein Sommer ohne Sommerlochtiergeschichte. Gut, es ist bereits September, aber das Krokodil soll schon im August erstmals gesichtet worden sein. Nun haben wegen des Tieres, das möglicherweise in dem Fluss Unstrut schwimmt, Zuständige des Landratsamtes des Kyffhäuserkreises im schönklingenden Sondershausen die Aufhängung eines toten Huhnes an einer Schnur am Ufer angeordnet. Mit dem Federtier soll das Krokodil vor eine Wildkamera gelockt werden.

Die Fotofalle sei nach Rücksprache mit Fachleuten direkt an der Unstrut aufgebaut worden, hieß es. Der Kadaver werde jeden Abend ab- und am Morgen wieder aufgehängt, um zu verhindern, dass sich in der Nacht ein Fuchs oder ein Waschbär daran zu schaffen mache. "Nicht, dass uns jemand die Spur verwischt", erklärte eine Sprecherin. Zunächst hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet.

Am Sonntag hatte eine Pferdebesitzerin gemeldet, ein Krokodil von immerhin zwei Metern Länge an der Unstrut bei Schönewerda - einem Teil des Thüringer Ortes Roßleben-Wiehe - gesehen zu haben. Feuerwehr und Polizei suchten daraufhin mit einem Hubschrauber und einer Drohne nach dem Tier. Fündig wurden sie nicht. Es war allerdings nicht die erste Sichtung: Schon Ende August hatten Angler im benachbarten Sachsen-Anhalt gemeldet, ein Krokodil in der Unstrut gesehen zu haben. Die großangelegte Suche im Burgenlandkreis verlief ebenfalls erfolglos.

Kotproben, die Anfang der Woche gefunden worden waren, stammen einer Analyse zufolge aber nicht von einem Krokodil, so der Sprecher des Landratsamtes in Sondershausen. Allerdings sollen weitere Spuren überprüft werden, die möglicherweise von dem Reptil sein könnten. Bis es soweit ist, wird das Huhn weiter auf- und abgehängt, der Fluss bleibt gesperrt. Lockhuhn und Lockdown sozusagen.

© SZ/dpa/afis/vwu
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