bedeckt München 24°

Hessen:Nudelsuppe vergiftet: Mann verurteilt

Prozess um versuchten 'Nudelsuppenmord'

Der Angeklagte wird von seinem Rechtsanwalt begrüßt, während ihm ein Justizmitarbeiter die Handschellen abnimmt. (Archivbild vom Prozessauftakt im Januar)

(Foto: Dorothee Barth/dpa)

Weil ein Mann seine Avancen nicht erwiderte, hat ein 49-Jähriger versucht, ihn zu töten. So sieht es das Landgericht Wiesbaden und spricht eine harte Strafe aus.

Ein 49-Jähriger ist wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach Überzeugung des Landgerichts Wiesbaden hat der Mann eine Nudelsuppe vergiftet, um dadurch einen anderen Mann zu töten. Der Anklage zufolge war der jetzt Verurteilte in das Haus eines Ehepaares eingedrungen und hatte Gift in einen Topf mit Nudelsuppe gekippt. Der Ehemann verfütterte die Suppe schließlich aber an seine Hunde, die mit schweren Vergiftungssymptomen in eine Klinik gebracht wurden und überlebten.

Die Polizei ließ eingefrorene Reste der Suppe untersuchen, woraufhin Spuren des Gifts der Pflanze "Blauer Eisenhut" gefunden wurden. Auch im Mageninhalt der Hunde ließen sich Rückstände der giftigen Pflanze finden. Der Mann soll vor dem Mordversuch mehrfach das Auto des Paares beschädigt haben.

Hintergrund der Tat soll gewesen sein, dass der Täter in den mit einer Frau verheirateten Tenniskameraden verliebt war. Das Opfer erwiderte diese Avancen der Staatsanwalt zufolge aber nicht.

Neben der Verurteilung zu lebenslanger Haft haben die Richter auf die besondere Schuldschwere erkannt. Eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ist damit rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. In seinem letzten Wort hatte der Angeklagte beteuert, nichts getan zu haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© SZ/dpa/mkoh
Prozess wegen Kindesmissbrauch

Urteil in Würzburg
:Logopäde missbraucht behinderte Jungen - lange Haftstrafe

Das Landgericht verurteilt den Sprachtherapeuten nicht nur zu mehr als elf Jahren Gefängnis, sondern spricht auch ein lebenslanges Berufsverbot aus.

Von Olaf Przybilla

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite