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Vulkanausbruch in Kongo:"Jetzt fließt die Lava auf das Stadtzentrum zu"

Der Vulkan Nyiragongo ist ausgebrochen.

(Foto: Justin Kabumba/AP)

Erstmals seit 2002 bricht der Vulkan Nyiragongo aus. In der Millionenstadt Goma bricht Panik aus - und die Lavaströme kommen erst wenige hundert Meter vor dem Flughafen zum Stehen.

Infolge eines Vulkanausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Regierung mindestens 15 Menschen getötet und hunderte Häuser zerstört worden. Die Großstadt Goma, die nur etwa zehn Kilometer von dem Vulkan Nyiragongo entfernt liegt, blieb aber weitgehend verschont. Die Lavaströme kamen am Sonntag nach Angaben eines Reuters-Reporters wenige hundert Meter vor dem Flughafen und der Stadtgrenze zum Stehen. Die Behörden warnten allerdings, die Gefahr sei noch nicht gebannt.

Der Nyiragongo ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Nach seinem Ausbruch am Samstagabend war in der Zwei-Millionen-Einwohner-Stadt Panik ausgebrochen. Aus Angst vor der Lava flohen Tausende Menschen zu Fuß mit ihren Habseligkeiten, manche über die Grenze nach Ruanda. Die Behörden des Nachbarlands öffneten in der Nacht zum Sonntag die Grenze und ließen die Menschen passieren. Lava blockierte eine wichtige Straße, die Goma mit nördlich gelegenen Städten verbindet.

"Jetzt fließt die Lava auf das Stadtzentrum zu, ähnlich wie beim Ausbruch im Jahr 2002", sagte der Vulkanologe Dario Tedesco. Damals starben 250 Menschen, etwa 120 000 wurden obdachlos.

Nach dem Ausbruch am Samstag kam es in und um Goma zu einem Verkehrskollaps. Viele Menschen versuchten die Stadt zu verlassen oder zurückzukommen, um etwaige Schäden an ihren Häusern in Augenschein zu nehmen. Nach Angaben der Regierung starben zwei Menschen infolge von Verbrennungen und neun weitee bei Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit der Panik nach dem Ausbruch.

Im Zentralgefängnis in Goma gab es Unruhen, da Häftlinge nach dem Vulkanausbruch offenkundig um ihr Leben fürchteten. Aus dem Gebäudekomplex waren mehrfach Schüsse zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete. Vier Menschen sollen dort getötet worden sein.

Die Lava sei hauptsächlich durch Teile des Nationalparks geflossen, sagte der Leiter des vulkanologischen Observatoriums von Goma, Celestin Mahinda, dem staatlichen Radiosender RTNC. Der Park ist Afrikas artenreichstes Schutzgebiet und die Heimat der vom Aussterben bedrohten Berggorillas.

© SZ/Reuters/dpa/kast
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