bedeckt München 23°

Drogen:Polizei entdeckt größtes Kokainlabor der Niederlande

Rauschgift - Kokain

In dem Labor wurde das Kokain mithilfe von Chemikalien aus mit der Droge präparierter Kleidung gelöst und dann zum Straßenverkauf verarbeitet. (Symbolbild)

(Foto: Christian Charisius/dpa)

In einer umgebauten Pferdemanege wurden täglich Drogen im Wert von bis zu sechs Millionen Euro produziert. Es handelt sich um eine sogenannte Drogenwäscherei.

Die niederländische Polizei hat das bisher größte Kokainlabor des Landes entdeckt. In einer umgebauten Pferdemanege im Dorf Nijeveen im Nordosten wurden nach Polizeiangaben täglich bis zu 200 Kilogramm Kokain verarbeitet. 17 Personen wurden demnach festgenommen. 13 von ihnen kämen aus Kolumbien, drei seien Niederländer und einer komme aus der Türkei. 100 Kilogramm Drogen wurden entdeckt und Tausende Liter Chemikalien beschlagnahmt.

Die Ermittler schätzen den Verkaufswert der täglich produzierten Drogen auf 4,5 bis sechs Millionen Euro. "Es geht hier um das bisher größte Kokainlabor, das jemals in den Niederlanden entdeckt worden ist", sagte ein Polizeisprecher. "Es ging um eine gigantische Produktion." Zu dem Labor in Nijeveen in der nordöstlichen Provinz Drenthe unweit der deutschen Grenze gehörten auch Unterkünfte für Personal und Hobbyräume.

Es handelt sich um eine sogenannte Drogenwäscherei, in der geschmuggelte Drogen aus Kleidern "gewaschen" wurden, wie die Polizei mitteilte. Drogenbanden lösen das Kokain vor dem Export zunächst auf und präparieren Stoffe mit der Lösung. Auf diese Weise können Drogen leichter geschmuggelt werden. In dem jetzt entdeckten Labor wurde das Kokain mithilfe von Chemikalien wieder aus der Kleidung gelöst und dann zum Straßenverkauf verarbeitet.

Auch in zwei anderen Städten, Apeldoorn und Elshout, durchsuchten Ermittler Lagerhallen. Dort fanden sie unter anderem 120 000 Kilogramm Kleidung, die für den Transport der Kokainlösung genutzt wurde. Die Polizei schließt weitere Festnahmen nicht aus.

© SZ/dpa/saul

SZ Plus
Drogenkonsum
:Hauptsache, es knallt

Die traditionellen Rauschmittel Tabak und Alkohol reizen immer weniger Menschen. Die Zukunft scheint neuen Drogen zu gehören - und altbekannten, deren Image sich gerade wandelt.

Von Sebastian Herrmann und Kathrin Zinkant

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite