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"Irene" vor Ostküste der USA:Hurrikan bedroht New York - erste Evakuierungen

Der schlimmste Wirbelsturm seit einem Vierteljahrhundert wird am Wochenende im Osten der Vereinigten Staaten erwartet. Tausende Menschen bringen sich in Sicherheit, Kriegsschiffe verlassen die Häfen, für etliche Küstenregionen gilt der Notstand. Auch die Metropole New York ist bedroht.

Nach den Verwüstungen auf den Bahamas hat der mächtige Hurrikan Irene seinen Weg in Richtung US-Ostküste fortgesetzt. In New York erwägt Bürgermeister Michael Bloomberg Evakuierungen niedrig gelegener Stadtgebiete, Krankenhäuser werden schon geräumt. Bundesstaaten an der Ostküste verhängten vorbeugend den Notstand in einigen Regionen, für North Carolina ordnete US-Präsident Barack Obama persönlich diese Alarmstufe an.

Lee Rogers boards up the windows of his friend's house at Cape Hatteras National Seashore in Salvo, North Carolina

Die Ruhe vor dem Sturm: Mit Brettern versuchen die Bewohner des US-Bundesstaats, ihre Häuser vor dem herannahenden Wirbelsturm Irene zu schützen. In der Karibik hatte der Hurrikan fünf Todesopfer gefordert, auf den Bahamas ganze Gebäude weggefegt.

(Foto: REUTERS)

Tausende Menschen haben sich bereits in Sicherheit gebracht. TV-Berichten zufolge verließen Urlauber fluchtartig die Feriengebiete auf den Outer Banks in North Carolina. US-Kriegsschiffe nahmen vom Hafen Norfolk im Bundesstaat Virginia Kurs auf hohe See, um dort Schutz zu suchen. In der Hauptstadt Washington wurde die geplante Einweihung eines Denkmals für den schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King abgesagt.

New Yorks Bürgermeister Bloomberg rief die Bürger dazu auf, Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Er wies Evakuierungen von Krankenhäusern und anderen leicht verwundbaren Einrichtungen an. Insgesamt könnten bis zu 65 Millionen Menschen in den USA von dem Wirbelsturm betroffen sein.

Irene nimmt auf ihrem Weg Richtung USA an Stärke zu und entwickelte in seinem Zentrum zuletzt Windgeschwindigkeiten von 185 Kilometer pro Stunde. Während der Hurrikan nach bisherigen Vorhersagen an dem Urlauberstaat Florida sowie an den Bundesstaaten Georgia und South Carolina vorbeiziehen soll, wird erwartet, dass er am Samstag in North Carolina auf Land treffen und voraussichtlich am Sonntag auch über Washington und New York hinwegziehen wird. Experten rechnen damit, dass er bis dahin noch weiter an Stärke zulegen wird. Damit könnte er zum Sturm der zweithöchsten Kategorie vier hochgestuft werden.

Urlaub in der Sturmschneise

Auf Irenes Weg könnte auch die Promi-Insel Martha's Vineyard vor der Küste von Massachusetts liegen, auf der Obama und seine Familie derzeit ihren Urlaub verbringen. Der Präsident will seine Ferien allerdings nicht vorzeitig abbrechen. Am Samstagvormittag wird die Familie in Washington zurückerwartet.

Auf seinem Weg durch die Karibik hatte Irene zuvor schwere Schäden angerichtet. Mindestens fünf Menschen kamen bereits ums Leben. Der Hurrikan hatte sich am vergangenen Wochenende in der Ostkaribik gebildet und vor allem Puerto Rico und die Dominikanische Republik heimgesucht. In Puerto Rico wurden am Montag infolge von Sturmschäden rund 800.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten.

Danach zog er von Südosten über die gesamte Inselkette der Bahamas hinweg und richtete auch dort erhebliche Zerstörungen an. Auf fast allen Inseln fielen Bäume und Telefonmasten um und Hausdächer wurden abgedeckt. Auf der entlegenen Insel Acklins wehte der Sturm ganze Häuser fort. Berichte über Tote und Verletzte lagen zunächst allerdings nicht vor.

Die nordöstliche Küste der USA hat bislang wenig Erfahrungen mit Hurrikanen; der bislang letzte Wirbelsturm, der in der Region New York wütete, war Gloria im Jahr 1985.

© sueddeutsche.de/dpa/dapd/leja/kat
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