Havariertes Atomkraftwerk:Stromausfall legt Kühlsystem von Fukushima teilweise lahm

Ein Archivbild des havarierten Reaktorgebäudes Nr. 3 des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi in der japanischen Präfektur Fukushima, aufgenommen im September 2012 (Foto: dpa)

Panne im beschädigten Atomkraftwerk Fukushima: Seit einem Stromausfall können mehrere Abklingbecken für abgebrannte Brennstäbe nicht weiter gekühlt werden. Dem Betreiber Tepco zufolge gibt es bei der Radioaktivität bislang aber keine "größere Veränderung". In einem Becken ist die Kühlung bereits repariert.

Ein Stromausfall sorgt in der Atomruine Fukushima für neue Probleme: Das System, das in den Reaktoren 1, 3 und 4 die Becken mit abgebrannten Brennstäben kühlt, wurde Montagabend unterbrochen. Es wird vermutet, dass der Grund eine defekte Behelfs-Schaltanlage war.

Arbeiter bemühen sich, die Störung zu beheben. Priorität habe das Abklingbecken für abgebrannte Brennstäbe im Reaktor 4, teilte der Betreiber Tepco mit. Dort lagern noch immer mehr als 1500 Brennstäbe. Die Kühlung des Abklingbeckens am Reaktor 1 soll laut Tepco bereits wieder funktionieren.

Die Becken in den Reaktoren 1 und 3 seien trotz des Ausfalls zur Zeit noch kühl, erklärte ein Tepco-Sprecher; die Zufuhr von Wasser sei nicht beeinträchtigt. In den Reaktorkernen dieser Reaktoren war es infolge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 zu Kernschmelzen gekommen. Bislang sei keine "größere Veränderung" bei der Radioaktivität gemessen worden, teilte Tepco mit.

Die Betreiberfirma hat nach eigenen Angaben mehrere Tage Zeit, um den Stromausfall zu beheben. Im Reaktor 4 werde es etwa vier Tage dauern, bis die Temperatur des Abklingbeckens wieder den Grenzwert erreicht habe, in den Reaktoren 1 und 3 werde die Temperatur erst in 14 beziehungsweise 26 Tagen auf die kritische Höhe von 65 Grad Celsius angestiegen sein.

© Süddeutsche.de/AFP/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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