Hamburg Tod von HSV-Mitarbeiter Timo Kraus - Polizei stellt Ermittlungen ein

  • Die Spur von Timo Kraus hatte sich am Hamburger Hafen in der Nähe des Lokals verloren, in dem er den Abend verbracht hatte.
  • Seine Leiche war vergangene Woche in der Elbe gefunden worden. Als Todesursache steht Ertrinken fest, gab die Polizei nun bekannt. Es gebe keine Hinweise auf eine Straftat.

Der HSV-Mitarbeiter Timo Kraus verbringt am 7. Januar den Abend in einer Gaststätte an den Hamburger Landungsbrücken. Gegen 23.30 Uhr nimmt er ein Taxi - kommt aber nie zu Hause in Buchholz in der Nordheide an, einer kleinen Stadt 40 Kilometer von Hamburg entfernt. Spürhunde und Taucher suchen ihn wochenlang.

Am vergangenen Mittwoch wurde seine Leiche im Wasser im Hamburger Hafen gefunden, nur wenige Meter entfernt von dem Ort, an dem sich seine Spur in der Nacht zum 8. Januar verloren hatte. Die rechtsmedizinische Untersuchung der Wasserleiche hat bestätigt, dass es sich bei der Leiche um den HSV-Mitarbeiter handelt. Die Polizei hat die Ermittlungen nun eingestellt. Alles, was wir wissen, deutet darauf hin, dass es sich um einen Unglücksfall handelt", sagte ein Polizeisprecher. Als Todesursache stehe Ertrinken fest; das habe das Obduktionsergebnis ergeben. Es gebe keine äußeren Verletzungen und keine Hinweise auf eine Straftat.

Der Hamburger SV reagierte betroffen über die Nachricht. "Wir sind zutiefst bestürzt. Unsere Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl gelten Timos Familie, der wir weiterhin zur Seite stehen werden", wird HSV-Vorstandsmitglied Frank Wettstein auf der Internetseite des Vereins zitiert.

Am Mittwochmorgen war der Anruf über die Entdeckung der Wasserleiche bei der Hamburger Polizei eingegangen, die Feuerwehr hatte daraufhin den leblosen Körper aus dem Wasser in der Nähe des Museumsschiffes "Cap San Diego" geborgen. Von dort aus war der Leichnam in das Institut für Rechtsmedizin gebracht worden. Schon eine erste, optische Identifizierung hatte der Polizei zufolge bestätigt, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit bei der Wasserleiche um Kraus handelt. Außerdem wurden bei der Leiche auch der Personalausweis und Kleidungsstücke gefunden.

Die optische Identifizierung einer Wasserleiche ist schwierig, weil sie durch den wochenlangen Verbleib im Wasser stark entstellt ist. Eine zu 100 Prozent sichere Identifizierung konnte deshalb erst durch die Untersuchung des Gebisses und eines DNA-Tests erfolgen.

Kraus leitete die Abteilung Merchandising beim HSV. Bereits kurz nach seinem Verschwinden waren die Ermittler davon ausgegangen, dass der 44-Jährige in die Elbe gefallen und ertrunken sei. Er hatte sich in der Gaststätte mit Kollegen getroffen, es war viel Alkohol getrunken worden. Sein Handy hatte seine Frau zuletzt gegen 0.40 Uhr an der Landungsbrücke 1 orten können, nur wenige Meter entfernt von der Gaststätte, in der eine Feier mit Kollegen stattgefunden hatte. Bei der Suche verfolgten Spürhunde seine Fährte bis zum Museumsschiff Rickmer Rickmers, dort verlor sie sich im Wasser.

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