Hamburg:Alarm an Schule - Lehrerin mit Waffe bedroht

Hamburg: Polizisten vor der Schule in Blankenese, wo es eine unklare Bedrohungslage gab. Das Gebiet um die Schule wurde weiträumig abgesperrt.

Polizisten vor der Schule in Blankenese, wo es eine unklare Bedrohungslage gab. Das Gebiet um die Schule wurde weiträumig abgesperrt.

(Foto: Fabian Bimmer/Reuters)

Die Polizei beendet die Durchsuchung einer Schule in Blankenese: Man gehe nicht mehr von einer konkreten Bedrohungssituation aus. Fünf Personen zwischen elf und 14 Jahren wurden vorläufig festgenommen.

Zwei Menschen sollen in einem Klassenraum in einer Hamburger Schule im Stadtteil Blankenese eine Schusswaffe gezeigt und eine Lehrerin bedroht haben. Im Anschluss hätten die beiden Unbekannten den Klassenraum verlassen und seien geflüchtet. So haben Zeugen es der Polizei berichtet, die Schule hatte sich am Mittwochmorgen bei den Beamten gemeldet und Alarm ausgelöst.

Hinweise auf Verletzte liegen nicht vor. Die Polizei sprach zunächst von einer "Bedrohungslage", über eine Tat im Sinne einer Körperverletzung sei nichts bekannt, sagte ein Polizeisprecher am Mittag. Am Nachmittag hieß es dann: "Wir gehen jetzt im Moment nicht mehr von einer Bedrohungssituation aus."

Bei den Verdächtigen soll es sich nach Auskunft des Polizeisprechers um zwei männliche, eher junge Personen handeln. Zeugen schätzen das Alter der beiden auf zwischen 12 und 15 Jahre, die Beamten konnten das zunächst nicht verifizieren. Auch ob es sich um Schüler der Stadtteilschule handelt, war zunächst unklar. Die Lehrerin sei in einem Raum der 8. Klasse vor den Augen anderer Schüler von den zwei Jugendlichen bedroht worden, hieß es.

"Wir haben keine Hinweise auf den Verbleib der Täter im Gebäude soweit erhalten"

Einsatzkräfte in schwerer Montur durchsuchten das Schulgebäude, um zu prüfen, ob die mutmaßlichen Täter noch auf dem Gelände waren. Ohne Erfolg. "Wir haben keine Hinweise auf den Verbleib der Täter im Gebäude soweit erhalten", sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Die Ermittlungen gehen aber weiter. Die Beamten wollen nun herausfinden, wer die mutmaßlichen Täter waren.

Die Polizei ist mit vielen Kräften im Einsatz. Das Gebiet um die Schule wurde weiträumig abgesperrt. Hubschrauber kreisten über der Gegend, auch Drohnen waren im Einsatz.

Einsatzkräfte begleiteten die Schülerinnen und Schüler aus der Schule. Es sollen etwa 1000 Kinder und Jugendliche in dem Gebäude gewesen sein. Nach und nach seien alle in eine nahe gelegene Kaserne der Bundeswehr gebracht worden, hieß es von der Schulbehörde. Vor Ort gebe es psychologische Betreuung. Eltern konnten ihre Kinder in der Kaserne abholen.

Vier Kinder und ein Jugendlicher festgenommen

Laut Angaben der Polizei Hamburg sei es unabhängig von diesem Vorfall gegen 14:50 Uhr in der Mendelssohnstraße in Bahrenfeld zu einer weiteren Bedrohungslage gekommen. Im Zuge der Fahndungsmaßnahmen konnten Zivilfahnder wenig später vier Personen vorläufig festnehmen. Hierbei handele es sich um drei Kinder (11, 12, 12) und einen 14-jährigen Jugendlichen.

Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass einer der Zwölfjährigen und der Elfjährige auch für die Tat in der Frahmstraße in Frage kommen könnten. Zwei augenscheinliche Spielzeugwaffen seien bei den Verdächtigen sichergestellt worden. Das zuständige Landeskrimimalamt führt die weiteren Ermittlungen.

Am Donnerstag wurde ein weiteres Kind festgenommen. Der 13-Jährige werde verdächtigt, bei dem Vorfall dabei gewesen zu sein, teilte die Polizei in Hamburg mit. Bei einer Durchsuchung seines Hauses sei eine weitere Spielzeugwaffe gefunden worden.

Blankenese liegt an der Elbe und gilt als wohlhabender Stadtteil in Hamburg. Die Stadtteilschule Blankenese hat rund 1150 Schülerinnen und Schüler - davon allein um die 400 in der gymnasialen Oberstufe. Unterrichtet werden sie von mehr als 120 Lehrkräften.

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