Gesellschaft:120 Veranstaltungen bei Dresdner Wochen gegen Rassismus

Lesezeit: 1 min

Blumen und Kerzen liegen beziehungsweise stehen vor einem Gedenkstein für den Mosambikaner Jorge Gomondai. (Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

Dresden (dpa/sn) - Die Stadt Dresden möchte mit ihrer Teilnahme an den Internationalen Wochen gegen Rassismus ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit setzen. Unter dem Motto „Menschenrechte für alle ... auch in Dresden?“ sind in den kommenden Wochen mehr als 120 Veranstaltungen geplant, wie die Stadt am Montag mitteilte. Leider gebe es auch in der Dresdner Stadtgesellschaft immer noch und immer wieder Rassismus im Alltag, sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP): „Wir wenden uns dagegen.“ Die Wahrung der Menschenrechte sei ein Herzensanliegen. Statt des Fragezeichens sollte ein Ausrufezeichen hinter dem Motto stehen - man habe aber das Fragezeichen gewählt, weil das Motto in der Wahrnehmung Betroffener noch nicht Realität sei, hieß es. Hilbert hofft auf eine rege Beteiligung der Bürger und eine große Wirkung im gesamten Stadtraum.

Den Auftakt bildet am Montagnachmittag ein „Markt der Möglichkeiten“ und eine Ausstellung im Stadtmuseum Dresden. Am 20. März will Hilbert auf dem Altmarkt eine Ausstellung mit dem Titel „ToleranzRäume“ eröffnen. Am 21. März startet die „Kritische Radtour“ für Demokratie und gegen Rassismus. Sie verbindet Orte im Stadtgebiet, die an rassistische Geschehnisse in der sächsischen Landeshauptstadt erinnern.

In Dresden hatte es nach dem politischen Umbruch 1989/1990 zwei rassistisch motivierte Verbrechen gegeben, bei denen Menschen ums Leben kamen. Am 6. April 1991 starb Jorge Gomondai - ein DDR-Vertragsarbeiter aus Mosambik - an den Folgen eines Sturzes. Er war ein paar Tage zuvor in einer Straßenbahn von Neonazis angegriffen worden und dann aus der Straßenbahn gestürzt. Am 1. Juli 2009 wurde die Ägypterin Marwa Ali El-Sherbini während einer Gerichtsverhandlung, zu der sie als Zeugin geladen war, von einem Mann aus islam- und ausländerfeindlichen Motiven erstochen. Der Fall sorgte international für Schlagzeilen. An beide Todesopfer wird bis heute in Dresden regelmäßig erinnert. Am 6. April gibt es eine Radtour im Gedenken an Jorge Gomondai.

© dpa-infocom, dpa:240311-99-298476/3

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: