bedeckt München
vgwortpixel

Gera:Zahnarzt zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt

Jahrelang hat er seine Mitarbeiterinnen heimlich beim Umziehen gefilmt: Ein Zahnarzt aus Thüringen muss deswegen jetzt mehr als zwei Jahre hinter Gitter.

Er soll seine Mitarbeiterinnen über Jahre heimlich im Umkleideraum gefilmt haben. Jetzt hat das Amtsgericht Gera einen Zahnarzt zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Es sprach ihn in 211 Fällen schuldig.

Der Richter sagte zur Begründung: "Das Auge eines anderen hat in der Umkleide nichts zu suchen". Zudem sei der heute 52-Jährige ohne jedes Mitgefühl für die Opfer vorgegangen. Auch im Prozess sei kein Wort der Entschuldigung über seine Lippen gekommen, merkte der Richter an.

Ermittler hatten auf Datenträgern des Arztes knapp 7500 Dateien von heimlichen Videoaufnahmen gefunden oder wiederherstellen können. Den Angaben zufolge sind die Frauen in den Videoclips in Unterwäsche oder gar nackt zu sehen.

Die Verteidigung hatte einen Freispruch, die Staatsanwaltschaft hingegen drei Jahre Haft für den Geraer Zahnarzt gefordert. Er habe das Vertrauen seiner Beschäftigten schamlos ausgenutzt und im Prozess die Chance zu einer Aussöhnung vertan, sagte Staatsanwältin Steffi Kögler am Freitag in ihrem Plädoyer.

Zudem warf sie dem Mann im Fall einer Mitarbeiterin auch Nötigung vor. Ziel der intimen Videoaufnahmen ohne das Wissen der Angestellten könne nur eins gewesen sein, sagte Kögler: "Die Befriedigung eigener sexueller Bedürfnisse."

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© dpa/sebi/sana
Zur SZ-Startseite