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Flughafen Köln/Bonn:Kein Sprengstoff an Bord von notgelandetem Flugzeug gefunden

Die Maschine war am Flughafen Köln/Bonn gelandet, nachdem sich Passagiere über "terroristische Inhalte" unterhalten hatten. Ein Rucksack wurde von der Polizei gesprengt.

Wegen einer verdächtigen Situation an Bord hat sich der Pilot eines Flugzeugs am Samstag zu einer unplanmäßigen Landung auf dem Flughafen Köln/Bonn entschlossen. Nach Angaben der Polizei ging es um ein Gepäckstück, das keinem Passagier zugeordnet werden konnte sowie um verdächtige Gespräche. Fluggäste hätten mitbekommen, "dass mehrere Männer sich über terroristische Inhalte unterhalten", sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Der vermeintlich herrenlose Rucksack wurde nach der problemlosen Landung außerhalb des Flugzeugs kontrolliert gesprengt. Polizeihunde suchten die Maschine ab. Weder im Flugzeug noch am Rucksack seien bislang Sprengmittel gefunden worden, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei zur Süddeutschen Zeitung.

Drei Verdächtige, die vorläufig festgenommen worden waren, seien seit Sonntagnachmittag wieder auf freiem Fuß, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei später in einer gemeinsamen Erklärung mit. Sie seien vernommen und erkennungsdienstlich behandelt worden. Der Verdacht gegen sie habe sich nicht erhärtet. Es handelt sich bei den Männern um 31, 38 und 48 Jahre alte Briten, die im Auftrag einer britischen Firma beruflich in Slowenien unterwegs waren.

Einer der drei Männer hatte ein Buch mit der Aufschrift "Kill" und einem aufgedruckten Gewehr in der Hand gehalten. Der gesprengte Rucksack gehörte dem 48-Jährigen. Darin befanden sich der Polizei zufolge Ladekabel mit Steckdosen-Adaptern. Die Beamten hatten außerdem die Besatzungsmitglieder und 17 weitere Fluggäste zu dem Vorfall befragt. Die "terroristischen Gesprächsinhalte" hätten sich nicht verifizieren lassen, teilte die Polizei anschließend mit. Sie gehe davon aus, dass es keine reale Gefährdung gegeben habe.

Die 151 Passagiere hatten die Easyjet-Maschine über die Notrutschen verlassen müssen. Anschließend wurden sie in den Transitbereich gebracht. Mehrere Menschen hatten sich dabei leicht verletzt. Eine Frau musste ambulant in einer Klinik behandelt werden.

Die Maschine war auf dem Weg von Ljubljana in Slowenien nach London. Der Flughafen teilte mit, der Flugbetrieb sei um 19 Uhr auf Anordnung der Polizei unterbrochen worden. Kurz vor 22 Uhr wurde der Flughafen für Starts wieder freigegeben. Zehn Flüge waren in der Zeit umgeleitet worden, 20 Abflüge hätten sich verspätet.

© SZ.de/dpa/AFP/ewid/feko/lot

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