bedeckt München 24°
vgwortpixel

Evangelischer Kirchentag in Berlin:Obama diskutiert mit Merkel am Brandenburger Tor

Barack Obama

Barack Obama hielt bereits 2013 vor dem Brandenburger Tor in Berlin eine Rede - damals noch als US-Präsident.

(Foto: dpa)

Der ehemalige US-Präsident kommt in sechs Wochen zum Evangelischen Kirchentag in Berlin. Jetzt sind erste Details bekannt geworden.

"Wenn ich Deutscher wäre, wäre ich Merkel-Anhänger", sagte Barack Obama bei seinem letzten Besuch in Deutschland. Im vergangenen November war er auf seiner Abschiedstournee als US-Präsident auch in Berlin vorbeigekommen. Der Aufwand des nur sehr kurzen Aufenthaltes war damals gigantisch: In der Hauptstadt galt die Sicherheitsstufe 1+. Obama hatte sein eigenes Auto "The Beast" aus Titan, Aluminium, Stahl und Keramik dabei und sogar einige Blutkonserven.

Wenn Obama in gut sechs Wochen nach Berlin kommt, wird das erneut eine Herausforderung für die Berliner Behörden werden. Zwar ist er nicht mehr der mächtigste Mann der Welt, aber die Sicherheitsmaßnahmen für gerade aus dem Amt geschiedene US-Präsidenten sind fast genauso streng wie die für amtierende. Zumal Obama diesmal - wie schon bei seinen Besuchen 2008 und 2013 und anders als im November 2016 - wieder öffentlich sprechen wird.

Beim Evangelischen Kirchentag am 25. Mai soll der 55-Jährige an einer Diskussionsrunde mit Kanzlerin Angela Merkel teilnehmen, teilten die Veranstalter jetzt mit. Die Diskussion zum Thema "Engagiert Demokratie gestalten - Zuhause und in der Welt Verantwortung übernehmen" findet vor dem Brandenburger Tor statt. Sie werde vom Kirchentag und der Obama-Stiftung gemeinsam verantwortet und vorbereitet, hieß es bei einer Pressekonferenz. Weitere öffentliche Termine des ehemaligen US-Präsidenten seien nicht geplant.

Zum Evangelischen Kirchentag vom 24. bis 28. Mai werden in Berlin etwa 140 000 Besucher erwartet, zum Abschlussgottesdienst auf den Elbwiesen vor den Toren Wittenbergs könnten sogar etwa 200 000 Menschen kommen. Das Glaubensfest steht dieses Mal ganz im Zeichen von 500 Jahren Reformation. 1517 hatte der Theologe Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel verfasst und sie der Überlieferung nach an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen.

Obama bekommt kein Geld für Besuch

Frühere US-Präsidenten halten nach dem Ende ihrer Amtszeit oft hoch dotierte Vorträge. Obama werde für seinen Besuch aber nicht honoriert, betonte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. Obama, der das Präsidentenamt Anfang des Jahres an Donald Trump übergeben hat, gehörte früher einer christlichen schwarzen Kirchengemeinde in Chicago als Sozialarbeiter an.

Das Glaubensfest ist für den ehemaligen Präsidenten eine Premiere. Allerdings gab sich seine Familie bei den im jährlichen Wechsel veranstalteten Kirchen- und Katholikentagen in Deutschland schon die Ehre: Obamas Halbschwester Auma, eine Soziologin und Autorin aus Kenia, war dort schon mehrfach zu Gast. Sie lebte lange in Deutschland und spricht auch deutsch.

Bedford-Strohm hatte den ehemaligen US-Präsidenten nach eigenen Angaben im Mai 2016 zu einem Besuch nach Deutschland eingeladen - und den Kirchentag als möglichen Anlass ins Spiel gebracht. Obamas Zusage unterstreiche, wie international die Kirche 500 Jahre Reformation feiere, sagte der Ratsvorsitzende.

Ein Geheimnis ist noch, ob Obama alleine kommt oder gemeinsam mit seiner Ehefrau und den beiden Töchtern. Vor vier Jahren war die Familie zwar mit in Berlin, aber nicht bei seinem Auftritt am Brandenburger Tor dabei gewesen. Michelle und die Kinder, sagte der damalige US-Präsident zur Entschuldigung, hätten an diesem sonnenverwöhnten Nachmittag einfach keine Lust gehabt.

© SZ.de/dpa/afis/olkl/dd

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite