Irland:34 Festnahmen nach Ausschreitungen in Dublin

Irland: Bei Ausschreitungen in der irischen Hauptstadt wurden zwei Busse und ein Polizeiauto in Brand gesetzt.

Bei Ausschreitungen in der irischen Hauptstadt wurden zwei Busse und ein Polizeiauto in Brand gesetzt.

(Foto: PETER MURPHY/AFP)

Nach einem Messerangriff auf eine Frau und mehrere Kinder ist es in der irischen Hauptstadt zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei macht rechtsextreme Hooligans für die Randale verantwortlich.

Die Polizei hat nach einem Gewaltausbruch in der irischen Hauptstadt Dublin 34 Menschen festgenommen. Am Donnerstagabend war es zu Ausschreitungen gekommen, nachdem mehrere Menschen bei einem Messerangriff verletzt worden waren. Es seien 13 Geschäfte beschädigt oder geplündert worden, sagte Polizeichef Drew Harris am Freitagmorgen.

Auch elf Polizeiwagen, mehrere Busse und eine Straßenbahn seien beschädigt worden. Zudem seien Polizisten angegriffen und mit Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen worden. "Das sind Szenen, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht gesehen haben", sagte Harris. Er verteidigte das Vorgehen der Polizei. Man habe nicht vorhersehen können, dass so auf ein furchtbares Verbrechen reagiert werde. "Niemand hätte das vorhersehen können."

Zuvor waren bei einem Messerangriff in der Stadt am Donnerstag mehrere Kinder und eine Frau verletzt worden. Ein fünfjähriges Mädchen und die Frau wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Ein fünf Jahre alter Junge und ein sechsjähriges Mädchen erlitten leichtere Verletzungen. Das Motiv der Tat ist nach Angaben der Ermittler bisher unklar. Ein etwa 50 Jahre alter Tatverdächtiger, der noch vor Ort festgenommen wurde, wurde mit schweren Verletzungen im Krankenhaus behandelt. In sozialen Medien war über die Nationalität des mutmaßlichen Täters spekuliert worden, zu der die Polizei selbst keine Angaben machte.

Die Polizei hatte die anschließenden Ausschreitungen als grundlose Gewalt kritisiert. Auf sozialen Medien war zu sehen, wie sich Randalierer Straßenschlachten mit der Polizei lieferten. Einem Reporter des britischen Nachrichtensenders Sky News zufolge sollen Hunderte teils vermummte Menschen an den Krawallen beteiligt gewesen sein. Sprecher Harris hatte am Donnerstagabend rechtsextreme Hooligans für die Vorfälle verantwortlich gemacht. Justizministerin Helen McEntee sprach dem Sender RTÉ zufolge von einem gewalttätigen Mob, dessen einziges Ziel es gewesen sei, Verwüstung anzurichten. Um Mitternacht sei die Ordnung wiederhergestellt gewesen.

Motiv für Messerangriff unklar

Vorausgegangen war der Messerangriff am frühen Nachmittag. Medienberichten zufolge hatte der etwa 50 Jahre alte Mann die Kinder attackiert, als sie sich vor einer Kinderbetreuungseinrichtung in einer Reihe aufstellten. Bei der verletzten Frau soll es sich um eine Mitarbeiterin der Einrichtung handeln, die dazwischengegangen war, um die Kinder zu schützen. Mehreren Passanten gelang es demnach, den Mann zu überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Einem Polizeisprecher zufolge wurden bisher keine weiteren Verdächtigen gesucht.

Ein Motiv ist noch nicht bekannt, von einem terroristischen Hintergrund ging die Polizei aber offenbar nicht aus. Regierungschef Leo Varadkar zeigte sich schockiert. Er dankte den Rettungskräften, die schnell am Tatort gewesen seien. Justizministerin Helen McEntee sprach von einem "entsetzlichen Angriff auf drei unschuldige Kinder und eine Frau".

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