bedeckt München
vgwortpixel

Drogenkrieg in Mexiko:Streitkräfte stellen "el Taliban"

Er wird "el Taliban" genannt oder "Z-50": In Mexiko haben die Streitkräfte ein führendes Mitglied des brutalen Zeta-Kartells festgenommen. Damit könnte ein interner Machtkampf vorerst beendet sein - was Hoffnung auf einen Rückgang der Gewalt macht.

Sie drohen, morden und zerstückeln ihre Opfer: Die grausamen Zetas sind eines der zwei mächtigsten Drogenkartelle Mexikos. Die Vereinigung wurde von ehemaligen Elitesoldaten gegründet - heute kämpft das Militär gegen das Kartell. Immer wieder haben die Streitkräfte im Einsatz gegen den Drogenhandel auch einzelne Erfolge zu vermelden - meist in Form von Festnahmen hochrangiger Mitglieder. So auch in dieser Woche: Es sei gelungen, IIvan Velazquez Caballero zu verhaftet, auch genannt "el Taliban".

Caballero sei im nördlichen Bundesstaat San Luis Potosi gefasst worden, teilte die mexikanische Marine am Mittwochabend mit. Auf den auch "Z-50" genannten Mann war ein Kopfgeld von umgerechnet 1,8 Millionen Euro ausgesetzt. Die Zetas haben weite Teile des Nordens und Ostens von Mexiko im Griff.

Der festgenommene Mann soll in einen Machtkampf mit der Nummer Eins des Zeta-Kartells, Miguel Angel Trevino Morales, verstrickt sein. Das Zerwürfnis der beiden hat nach Behördenangaben einen dramatischen Anstieg an Massakern und Schießereien vor allem im Norden des Landes nach sich gezogen. Die Festnahme schürt daher Hoffnung auf einen Rückgang der Gewalt in der Region.

Das von früheren Elitesoldaten gegründete Kartell ist bekannt dafür, dass es seine Feinde köpft und zerstückelt. Die Vereinigung wurde ursprünglich als bewaffneter Arm des Golf-Kartells gegründet, bevor sie sich vor zwei Jahren abspaltete. Seit dem Bruch herrscht zwischen den beiden Banden ein blutiger Krieg um die Kontrolle der Schmuggelrouten in die USA.

Seit der scheidende Präsident Felipe Calderón bei seinem Amtsantritt im Dezember 2006 erstmals die Armee gegen die Drogenbanden eingesetzt hatte, wurden bereits mehr als 60.000 Menschen im mexikanischen Drogenkrieg getötet.

© Süddeutsche.de/AFP/dapd/leja/fzg
Zur SZ-Startseite