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Brasilien:Brasilianische Staatsanwaltschaft will TÜV Süd anklagen

Dammbruch in Brasilien - 1. Jahrestag

Helfer suchen im Schlamm nach Opfern und möglicherweise Überlebenden.

(Foto: dpa)

Vor einem Jahr begrub eine Schlammlawine Hunderte Menschen unter sich. Der TÜV Süd hatte dem Staudamm an einem Rückhaltebecken zuvor ausreichende Stabilität attestiert.

Kurz vor dem Jahrestag des Dammbruchs an der brasilianischen Eisenerzmine Córrego do Feijão hat Medienberichten zufolge die Staatsanwaltschaft Anklage gegen 16 Beschuldigte erhoben.

Darunter seien der ehemalige Präsident des Bergbaukonzerns Vale, Fabio Schvartsman, und auch Mitarbeiter des TÜV Süd, berichtete etwa die renommierte Tageszeitung Folha de S. Paulo unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Minas Gerais.

Der Damm an der Mine Córrego do Feijão war am 25. Januar 2019 gebrochen. Eine Schlammlawine rollte über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen nahe der Ortschaft Brumadinho hinweg und begrub Menschen, Häuser und Tiere unter sich. Der mit Schwermetallen kontaminierte Schlamm gelangte in den Fluss Paraopeba. 270 Menschen kamen ums Leben, nach elf Vermissten suchen die Feuerwehrleute immer noch.

Kurz vor dem Dammbruch hatten Mitarbeiter der brasilianischen Tochter des TÜV Süd die Rückhaltebecken geprüft und für sicher befunden.

Nach Angaben des TÜV Süd sind die Ursachen des Dammbruchs noch immer nicht endgültig geklärt; es müssten weiterhin Daten von verschiedenen Quellen gesammelt und analysiert werden. Vale äußerte sich zunächst nicht zu der Ankündigung der Staatsanwaltschaft.

© SZ.de/AP/dit
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