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Brandenburg:Lastwagen kracht in Wohnhaus

Ein Lastwagenfahrer verpasste im brandenburgischen Rägelin die Kurve - und fuhr geradeaus in ein Einfamilienhaus. Bei dem Unfall wurden der Fahrer und die Hausbewohnerin schwer verletzt. Der Laster steckte stundenlang in Schlaf- und Wohnzimmer fest.

Ein Lastwagen ist am frühen Dienstagmorgen im brandenburgischen Rägelin (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) in das Schlafzimmer eines Einfamilienhauses gerast. Die 81 Jahre alte Bewohnerin des Hauses und der 50 Jahre alte Lastwagenfahrer wurden schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Beide kamen ins Krankenhaus. Das Wohnhaus war stark einsturzgefährdet.

LKW fährt in ein Wohnhaus

Rägelin bei Neuruppin: Nach dem Unfall ist das Haus einsturzgefährdet.

(Foto: dpa)

Die Seniorin wurde von dem Fahrzeug eingeklemmt, die Feuerwehr musste sie befreien. Auch der Fahrer soll in seiner Kabine nach dem Aufprall zunächst gefangen gewesen sein. "Ich hörte ein mörderisches Krachen", erzählte ein Nachbar, der den Unfall um kurz nach vier Uhr unmittelbar miterlebte.

Nach eigenen Angaben wurde dem Lastwagenfahrer kurzzeitig unwohl, weswegen er Gas- und Bremspedal verwechselte. In einer leichten Linkskurve fuhr er daraufhin geradeaus, durchbrach einen Zaun, überquerte das Grundstück und krachte schließlich in das Haus, in dem die 81-Jährige allein lebte. Dort blieb das unbeladene Fahrzeug stecken. Die Kriminalpolizei ermittelt gegen den Fahrer wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung.

Bis zum Nachmittag war der Lastwagen aus dem Haus herausgezogen. Sein Kühler hatte sich in Schlaf- und Wohnzimmer gebohrt, wo er neben Fernseher und Sessel zum Stehen kam. Sachverständige der Bauaufsicht begutachteten das Haus an der Neuruppiner Straße. Ob es in Zukunft wieder bewohnbar sein wird, ist noch unklar. Den Gesamtschaden bezifferte die Polizei mit etwa 70.000 Euro.

Um die Erschütterungen für das Gebäude möglichst gering zu halten, wurde die Höchstgeschwindigkeit auf der Landesstraße auf 30 Stundenkilometer gedrosselt. Sie verläuft parallel zur Autobahn A 24 zwischen Hamburg und Berlin, es ist daher nicht ausgeschlossen, dass der Lastwagenfahrer die Autobahnmaut sparen wollte. Dies konnte die Polizei jedoch nicht bestätigen. "Maut-Ausweichverkehr" sei im Transitland Brandenburg kein generelles Problem, sagte der Sprecher des Potsdamer Verkehrsministeriums, Lothar Wiegand.