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Bologna:Tankwagen explodiert auf Autobahn - ein Toter, viele Verletzte

Explosion in Bologna

Diese von der italienischen Feuerwehr zur Verfügung gestellte Luftaufnahme zeigt Feuer und dichte Rauchwolken nachdem auf der Autobahn nahe des Flughafens ein Tanklaster explodiert ist.

(Foto: dpa)
  • Bei der Explosion eines Lastwagens auf der Autobahn in Bologna ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Etwa 70 Personen wurden verletzt.
  • Der Lkw, der mit einer brennbaren Flüssigkeit beladen war, wurde in einen Unfall verwickelt und ging infolge der Kollision in Flammen auf.

Es ist ein Szenario wie aus einem Katastrophenfilm: Auf Fotos und Videos vom Unglück auf der Autobahn nahe Bologna, die am Montagabend von der italienischen Polizei veröffentlicht wurden, ist ein hochhausgroßer Feuerball zu sehen, eine riesige Rauchsäule über einem Gewerbegebiet und eine Brücke, die offenbar zu Teilen eingestürzt ist. Der Feuerball erstreckt sich weit über die acht Fahrspuren der Autobahn hinaus.

Ein Tanklastzug war am Montag auf einer Autobahn auf einen Lastwagen aufgefahren. Es kam zur Explosion. Nach Angaben der lokalen Behörden gibt es einen Toten und etwa 70 Verletzte. Zuvor war von zwei Toten die Rede gewesen.

Bei dem Todesopfer handelte es sich um den Fahrer des Tanklastzugs, der Flüssiggas geladen hatte. Der Lastzug fing sofort Feuer und explodierte wenig später. Teil der Autobahnbrücke stürzten ein. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten, dass zum Zeitpunkt der Explosion die meisten Fahrzeuge die Autobahn bereits verlassen hatten. Die Verletzten erlitten Brandwunden oder wurden von umherfliegenden Trümmern getroffen. Unter ihnen sollen auch einige Polizisten sein, die nach einem Unfall, der sich kurz zuvor ereignet hatte, den Verkehr an dieser Stelle regelten.

Die Katastrophe ereignete sich am Montag gegen 14 Uhr auf der sogenannten Tangenziale, dem Autobahnring von Bologna. Die Autobahn führt am Gelände des Flughafens von Bologna entlang. Der Flugbetrieb war nach Angaben des Betreibers aber nicht betroffen. Die Auswirkungen auf den Verkehr waren allerdings immens, denn der betroffene Autobahnabschnitt ist Teil der A14, einer der wichtigsten Fernverkehrsverbindungen Italiens, die auch von vielen Touristen genutzt wird, die an der Adria Ferien machen.

Mehreren Berichten zufolge hatte der Lkw Flüssiggas geladen. Er sei zunächst in Brand geraten und dann explodiert. "Die Druckwelle war gewaltig", sagte Giovanni Carella, der Einsatzkoordinator der Feuerwehr, der Nachrichtenagentur Ansa. Die Explosion habe eine Kettenreaktion ausgelöst: Brennende Trümmerteile hätten Autos in Brand gesetzt, die teilweise explodiert seien.

Von der Explosion erfasst wurde auch ein nahegelegenes Schnellrestaurant. Einer der Gäste berichtete der Zeitung La Repubblica von dem Moment, als das Unglück passierte: "Plötzlich brach das Glasdach des Restaurants zusammen. Menschen rannten davon. Ich blickte nach draußen und es schien mir, als sei da nur eine riesige Feuerwand. Die Explosionen hielten sieben oder acht Minuten an. Ich dachte wirklich nicht an einen Unfall, sondern an einen Anschlag."

Die Feuerwehr twitterte, sie habe mehrere Einheiten zum Unfallort geschickt. Es sei aufgrund der großen Hitzeentwicklung für die Einsatzkräfte aber schwierig, das Feuer zu löschen. Auch ein Hubschrauber sei im Einsatz, der aus einem nahegelegenen Fluss Wasser schöpfe.

© SZ.de/dpa/AP/eca/olkl/leja/bew

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