Autobahn 66:Unbeteiligter stirbt nach illegalem Autorennen - Haftbefehle wegen Mordes

Unfall auf der A66 bei Hofheim im Oktober 2020

Ende einer Hochgeschwindigkeitsfahrt: Das Wrack des ausgebrannten Lamborghinis auf der Autobahn 66 bei Hofheim am Taunus.

(Foto: Robin von Gilgenheim/dpa)

Drei Sportwagen rasten über die A 66 zwischen Wiesbaden und Frankfurt, ein unbeteiligter Autofahrer starb. Nach einem Beteiligten wird noch gefahndet. Das Todesopfer konnte noch nicht identifiziert werden.

Schon wieder ist bei einem mutmaßlichen illegalen Rennen, diesmal auf einer Autobahn zwischen Wiesbaden und Frankfurt, ein unbeteiligter Autofahrer ums Leben gekommen. Drei Sportwagen sollen an dem Vorfall am Samstagmittag auf der A 66 beteiligt gewesen sein. Nachdem ein 29-jähriger Unfallfahrer bereits nach seiner Klinikbehandlung festgenommen worden war, meldete die Polizei am Wochenende eine weitere Festnahme. Nach einem dritten Verdächtigen wird weiter gefahndet.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat die Ermittlungen übernommen und Haftbefehl beantragt gegen alle drei Fahrer, die an dem mutmaßlichen Rennen beteiligt waren. Der Vorwurf laute Mord aus niedrigen Beweggründen mit gemeingefährlichen Mitteln, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit.

Der Sportwagen des noch flüchtigen Verdächtigen sei in einem Stadtteil von Hofheim sichergestellt worden, sagte eine Polizeisprecherin am Montagmorgen. Das Auto soll demnach in Dubai zugelassen sein. Ob es extra für das Autorennen nach Deutschland geflogen wurde, war zunächst nicht bekannt.

Ein ebenfalls beteiligter 26-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen stellte sich am Samstag selbst der Polizei. Gegen ihn und den 29-jährigen Unfallfahrer wurde am Sonntagabend Untersuchungshaft angeordnet. Der FAZ zufolge schweigt der Unfallverursacher. Ihre Sportwagen seien nicht im Ausland zugelassen, sondern hätten deutsche Kennzeichen, teilte die Sprecherin mit.

Laut den Ermittlern waren die drei Sportwagen auf der A 66 in Richtung Frankfurt unterwegs. Zeugen zufolge lieferten sich die Fahrer ein Rennen. Einer der Wagen war demnach gegen die Mittelleitplanke geprallt und daraufhin mit einem nicht am Rennen beteiligten Wagen zusammengestoßen. Beide Autos brannten aus, die Person in dem unbeteiligten Auto starb. Sie war am Montagmorgen noch nicht identifiziert.

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