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Sternenhimmel November:Der Walfisch und die Königstochter

Sternenkarte Panorama
(Foto: M. Rothe)

Am herbstlichen Nachthimmel sind alle Figuren der griechischen Andromeda-Sage versammelt - inklusive einem geflügelten Pferd mit unvollständigem Brustkorb.

Von Helmut Hornung

Highlight: Wenn es dunkel geworden ist, steht jetzt hoch am abendlichen Südhimmel ein großes Sternenviereck. Es ist der mächtige Körper des geflügelten Pferds Pegasus. Daran schließt sich nach Osten hin die Andromeda an, eine Kette aus mittelhellen Sternen. Die beiden Konstellationen bilden einen überdimensionalen "Großen Wagen" mit Deichsel. Seltsamerweise gehört zur Andromeda der linke obere Stern des Pegasus, sodass der massige Brustkorb des mythologischen Pferds nicht vollständig ist. Ebenfalls kurios: Der etwa hundert Lichtjahre von der Erde entfernte Stern trägt zwei Eigennamen - Sirrah und Alpheratz. Andromeda war die Tochter von König Kepheus und seiner Gemahlin Kassiopeia. Die stolze Mutter behauptete eines Tages, Andromeda sei viel schöner als die Nereiden. Die beleidigten Nymphen beschwerten sich prompt beim Meeresgott Poseidon, der daraufhin einen fürchterlichen Wal losschickte. Um das Untier zu besänftigen, sollte ihm Andromeda geopfert werden. Sie wurde an einen Felsen an der Küste gekettet und ihrem Schicksal überlassen. Just als der Wal heranschwamm, flog der Held Perseus auf Pegasus vorbei, tötete das Monster und rettete die Königstochter. Alle Figuren dieser griechischen Sage sind am herbstlichen Firmament versammelt.

Sternenkarte Panorama
(Foto: M. Rothe)

Sterne und Sternbilder: Neben Pegasus, Andromeda und Walfisch finden wir im Süden die schwach leuchtenden Tierkreisbilder Widder, Fische, Wassermann und Steinbock. Hoch im Südosten funkelt Aldebaran im Stier, tief im Süden blinkt einsam Fomalhaut im Südlichen Fisch. Der Große Wagen erreicht jetzt im Norden seine tiefste Stellung, Kassiopeia hingegen ihre höchste. Halbhoch im Nordosten prangt der Fuhrmann mit der hellen Kapella, tief im Nordwesten steht die Krone. Im Westen leuchtet immer noch das Sommerdreieck mit Atair im Adler, Deneb im Schwan und Wega in der Leier.

Planeten, Mond und Meteore: Bereits während der Dämmerung strahlt Mars als rötlicher Lichtpunkt in den Fischen am Osthimmel. Jupiter und Saturn im Schützen gehen zur Monatsmitte schon gegen 20.30 Uhr unter; am Abend des 19. November bekommen die beiden Planeten Besuch von der dünnen Mondsichel. Merkur zeigt sich vom 6. bis 18. November am frühen Morgen tief über dem östlichen Horizont, die strahlend helle Venus steht ebenfalls in dieser Region. Am 8. November gelangt der Mond ins Letzte Viertel, am 15. November ist Neumond, am 22. Erstes Viertel und am 30. November Vollmond. Um den 17. November herum erreichen die bekannten Leoniden ihr Maximum, die Astronomen rechnen dieses Jahr aber nur mit höchstens 15 Meteoren pro Stunde.

© SZ/nas
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